Deshalb strengt uns schwüles Wetter so sehr an

Sommerhitze treibt uns den Schweiß auf die Stirn. (Symbolfoto)
Sommerhitze treibt uns den Schweiß auf die Stirn. (Symbolfoto)iStock/Bonninstudio
Schwüle Luft ist für viele Menschen eine Belastung. Ein Wetter-Experte erklärt, warum das so ist und welchen Fehler wir keinesfalls machen sollten.

"Schwüle ist ein subjektives Empfinden, es gibt keine eindeutige Definition", so UBIMET-Meteorologe Konstantin Brandes. Während manche Menschen bereits bei 25 Grad unter der Hitze stöhnen, befinden sich andere bei diesen Temperaturen noch in ihrer ganz persönlichen "Wohlfühlzone".

Zumindest meteorologisch lässt gut vorhersehen, wie "schlimm" es werden wird: "Einen Hinweis gibt in einer klaren und windstillen Nacht die Tiefsttemperatur", erklärt Brandes: "Liegt sie bei mehr als 15 Grad, ist ein schwüler Tag zu erwarten, bei mehr als 20 Grad [hier spricht man von einer Tropennacht, Anm.] ist am nachfolgenden Tag mit starker, drückender Schwüle zu rechnen."

Auswirkungen auf den menschlichen Körper

Bei warmem Wetter wird der Körper durch die Verdunstungskälte von Schweiß gekühlt. Allerdings verdunstet der Schweiß umso schlechter, je feuchter die Luft bereits ist. Damit kann sich der Körper bei schwüler Luft nur noch schlecht selbst kühlen. Als Folge drohen Kreislaufprobleme und Schwindel, auch die Gefahr eines Kreislaufkollaps und eines Herzinfarkts ist erhöht.

"Daher sollten ungewohnte körperliche Anstrengungen vermieden werden. Das gilt vor allem während Hitzewellen in Mitteleuropa oder Urlauben in tropischen oder subtropischen Gefilden", warnt der Wetter-Experte.

Vermeide diesen Fehler

Wenn draußen die Sonne vom Himmel brennt, gibt's nichts erfrischenderes als ein kühles Getränk: Das glauben wir, doch dem ist nicht so. Stattdessen sollte man eiskalte Getränke bei Hitze lieber ganz vermeiden.

Der Meteorologe weiß, warum das so ist: "Im Mundraum kann dieses zwar erfrischend wirken, sobald es aber im Magen ist, wird es auf Körpertemperatur erwärmt. Dabei wird dem Körper das Signal gegeben, dass er wärmen soll – genau das Falsche bei drückender Hitze."

Auch eine bewusste Ernährung würde helfen, das schwüle Wetter leichter zu ertragen. Schwere, fettige Speisen und Alkohol stellen demnach eine zusätzliche Belastung dar. "Esst deshalb vermehrt leicht verdaubare Lebensmittel wie frisches Obst, rohes Gemüse, Joghurt oder Kefir", rät Brandes.

Schwüle-Hotspot Wien

Die gute Nachricht zuerst: Insgesamt sind schwüle Tage in Mitteleuropa recht selten – pro Jahr ist nach Angaben der UBIMET meist mit 10 bis 20 solcher Tage zu rechnen. Allerdings gibt es in Österreich eine Region, in der es jährlich 25 bis 30 Tage mit solch anstrengendem Wetter gibt. Hier folgt auch die schlechte Nachricht für alle Wiener: Das Gebiet der Bundeshauptstadt bis hinunter zum Neusiedler See gilt als Schwüle-Hotspot des Landes.

Solche gibt es auch in unseren Nachbarländern Deutschland (Oberrheingraben von Basel bis Frankfurt) und im Tessin in der Schweiz. Selten ist Schwüle hingegen in Norddeutschland, in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen.

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