Deshalb war Abou-Chaker eigentlich vor Gericht

Nach Jahrzehnten wurden dem berüchtigten Clan-Führer zum ersten Mal die Handschellen angelegt. Das gelang nur, weil er sich scheinbar sicher fühlte.
Ganze 33 Mal stand Arafat Abou-Chaker bereits vor dem Richter. Doch kein einziges Mal konnte ihm eine Straftat nachgewiesen werden. Jedes Mal verließ er den Gerichtssaal als freier Mann. Am Dienstagnachmittag kam es ganz anders. Plötzlich wurden dem Clan-Führer die Handschellen angelegt. Das konnte nur gelingen, weil Arafat Abou-Chaker nichts befürchtete.



Denn zum Gerichtstermin erschien er mit einem Lächeln im Gesicht. Nachdem die Zeugen verhört wurden, witzelte der Clan-Boss noch mit seinem Bruder Rommel, der unter den Zuschauern saß. Danach kam aber die Überraschung: Arafat Abou-Chaker wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde. Nur Sekunden später wurden ihm aber Handschellen angelegt. Der Grund: Der Clan-Führer sei "dringend verdächtig der Verabredung zu einem Verbrechen zum Nachteil von Familienangehörigen seines ehemaligen Geschäftspartners Bushido". Konkret soll Abou-Chaker nach Leuten gesucht haben, die die Frau und Kinder des Rappers entführen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Dabei ging es bei dem eigentlichen Gerichtstermin um etwas ganz anderes. Der Clan-Boss soll einem Hausmeister (49) die Finger in die Augen gestochen haben. Im Anschluss soll es zu Todesdrohungen und einem Kopfstoß gekommen sein. All das ereignete sich im März vergangenen Jahres in einer Physiotherapie-Praxis in Berlin. Der Abou-Chaker-Clan soll stiller Teilhaber sein.

"Dieser Mann muss nicht leben. Ich töte ihn."


Vor Gericht sagte der Hausmeister aus, dass er gerade dabei war Fliesen im Foyer zu verlegen. Er hätte Arafat nicht kommen sehen. Dieser soll ihn aber dennoch angestänkert haben: "Was ist los in Deutschland? Warum grüßt mich hier niemand?" Der Hausmeister hätte gemeint, dass der Clan-Boss doch einfach weitergehen solle. Dieser wollte sich das wohl nicht gefallen lassen. "Er wollte gleich boxen", so das Opfer vor Gericht.

Als die beiden zum Chef wollten, um die Sache zu klären, soll Arafat Abou-Chaker ihm zwei Finger in die Augen gesteckt haben. Danach habe es Schläge und einen Kopfstoß gesetzt. Der Hausmeister erinnerte sich, dass ihm gedroht wurde: "Dieser Mann muss nicht leben. Ich töte ihn." Der Praxis-Chef konnte die zwei Männer schließlich auseinander bringen.



Nun drohen dem Clan-Boss zunächst einmal bis zu sechs Monate U-Haft. Spätestens dann muss es zu einer Anklage kommen. Jedoch kann die Untersuchungshaft in Ausnahmefällen auch verlängert werden.

Laut Insidern sei die Haft nicht ungefährlich für Abou-Chaker. So soll er Angst vor dem Gefängnis haben. In den letzten Jahren machte sich der Anführer des Clans einige Feinde. Darunter beispielsweise der Remmo-Clan, der Al-Zain-Clan oder auch die Hells Angels. Die Sorge ist groß, dass sich nun jemand an ihm rächen könnte. Für Arafat Abou-Chaker gelten im Gefängnis daher erhöhte Sicherheitsmaßnahmen. (slo)

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