Ein kleiner Fehler wurde für die Hamburger Modedesignerin Ella Deck zum großen Verhängnis.
Nachdem sie auf eine täuschend echte E-Mail bezüglich der Verifizierung ihres Social-Media-Accounts klickte, verlor sie den Zugriff auf ihre Instagram- und Facebook-Konten.
Die E-Mail enthielt ein fast unmerkliches Detail: ein Minuszeichen zu viel in der Absenderadresse. Wenig später waren die Passwörter geändert und Unbekannte posteten auf ihren Profilen, teils mit KI-generierten und sexualisierten Inhalten.
Wie die "MOPO" berichtet, waren beide Accounts miteinander verknüpft, wodurch Deck gleich auf mehreren Plattformen die Kontrolle verlor. Ihr Instagram-Profil wurde gesperrt, während auf Facebook weiterhin fremde Inhalte veröffentlicht wurden.
Für die Designerin bedeutet der Hack nicht nur Ärger, sondern auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Ihr Haupt-Account diente seit zehn Jahren als zentrale Vertriebsplattform für ihre Designs. 'Meine Follower sind reale Kunden, die über die Social-Media-Accounts auch meine Designs kaufen', schildert sie.
Nach dem Vorfall versuchte sie gemeinsam mit IT-Experten vergeblich, den Zugang zurückzuerlangen. Auch vom Mutterkonzern Meta kam laut Deck keine Unterstützung, nur automatisierte Nachrichten und KI-Assistenten, die keine Hilfe boten. 'Der Service ist so schlecht, so miserabel. Man dreht sich die ganze Zeit nur im Kreis', sagt sie.
Die Hamburger Polizei bestätigt gegenüber MOPO Ermittlungen in diesem Fall. Gehackte Social-Media-Konten nehmen laut Polizei zu, da immer mehr Menschen und Unternehmen Netzwerke nutzen und die Methoden der Täter immer professioneller werden. Solche Accounts seien für Kriminelle attraktiv, da sie für Betrug, Erpressung und Rufschädigung missbraucht werden können.
Ella Deck hat mittlerweile neue Profile angelegt und hofft, dass durch öffentliche Aufmerksamkeit und Meldungen ihrer alten Accounts der Druck auf Meta steigt. Ob sie ihre ursprünglichen Kanäle je wiederbekommt, bleibt ungewiss.
"Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, meine alten Accounts irgendwann zurückzukriegen", sagt sie.