"Destruction AllStars" im Test: Blech-Orgie für PS5

Eigentlich als exklusiver Launch-Titel der PlayStation 5 gedacht, ist das abgefahrene "Destruction AllStars" nun gratis für PS-Plus-Nutzer erschienen. 

Eigentlich hätte der Fahrzeug-Verschrottungsspaß "Destruction AllStars" als exklusiver PS5-Tiel kurz nach dem Launch der neuen Sony-Konsole erscheinen sollen – doch dann wurde es erst still um ihn und schließlich erschien er neben den beiden traditionellen monatlichen PS4-Games als kostenloser PS5-Dreingabe im Aboprogramm PS Plus. Was allerdings kein Hinweis darauf ist, dass das Game gerade einmal zum Verschleudern reicht, im Gegenteil.

Der Schritt dürfte strategische Hintergründe haben: Angesichts der Konsolenknappheit ist es da nur allzu verständlich, dass PlayStation zum Start des Multiplayer-Games möglichst viele Spieler im Spiel versammeln möchte. Wer "Destruction AllStars" startet, bekommt auch gleich einen Vorgeschmack, wie durchgeknallt das Game eigentlich ist. Neonfarben und fetzige Schriftzüge springen einem ins Auge, 16 vollkommen durchgedrehte Charaktere machen ihre Aufwartung.

Ein bunter Mix, der richtig Spaß macht

Generell wirkt "Destruction AllStars" bei der Aufmachung wie ein bunter Mix aus zahlreichen Hit-Spielen: Die Fahrzeuge erinnern an "Rocket League", die Figuren an "Overwatch" und die Battle-Royale-artige Spielweise an "Fortnite". Das Ziel im Spiel ist einfach: In futuristischen Arenen soll man die Fahrzeuge der Konkurrenten schrotten und ihre Spielfiguren platt machen. Dazu setzt man nicht nur das eigene Auto samt Rammattacken oder Turbo ein, sondern auch Schusswaffen, Sprengsätze und andere bombastische Überraschungen.

Hat man sich für einen Charakter – die sich zwar optisch deutlich unterscheiden, aber spielerisch trotz unterschiedlicher Spezialfähigkeiten kaum Vorteile bringen – entschieden, kann es auch direkt losgehen. Mit dem Start jeder Runde müssen die Spielfiguren zuerst zu Fuß zu einem der in der Arena verteilten Fahrzeuge rennen, wobei schon die ersten Scharmützel entstehen. Dabei lässt es sich auch auf Plattformen umherhüpfen oder Items einsammeln, die entweder die jeweiligen Spezialmanöver aktivieren oder ein vermeintlich besonders starkes Fahrzeug rufen können. 

Kurze Runden, langer Spielspaß

Verzichtet man anfangs auf das nur von der eigenen Figur fahrbare Helden-Fahrzeug mit Zusatz-Fähigkeit und schnappt sich ein Standard-Vehikel, kann dies auch von einer Gegner-Figur übernommen oder gar gesprengt werden. Will man selbst das Fahrzeug eines anderen Spielers übernehmen, springt man auf dessen Dach und muss dann ein Quick-Time-Event korrekt eintippen, um das Auto zu kapern. Der Spieler im Auto wiederum kann versuchen, den Angreifer mit wildem Einlenken abzuschütteln.

Ist der Angreifer dennoch erfolgreich, kann er entweder selbst das Steuer übernommen oder aber auch das Vehikel einfach sprengen, um Punkte zu sammeln. So ergibt sich ein flottes Vergnügen aus Crash-Szenen, kleinen Platforming-Elementen und groß inszenierten Explosionen, an dessen Ende jener Spieler die Runde gewinnt, der die meisten Fahrzeuge der Gegner geschrottet und damit die höchste Punktzahl eingeheimst hat. Da die Runden nur wenige Minuten dauern, bleibt das Spiel kurzweilig und macht auch nach mehreren Stunden noch Spaß.

Schön einfache Steuerung

Bisher lassen allerdings die vorhin erwähnten Spezial-Attacken und Spezial-Fähigkeiten noch zu wünschen übrig. Sie können zwar einfach per Controller-Stick quasi nebenher ausgelöst werden, ein anderes Fahrzeug aber besonders heftig zu rammen oder sich per Schild gegen eine Attacke zu wehren wird aber im schnellen und hektischen Getümmel eher zum Zufallstreffer, als dass sie taktisch eingesetzt werden können. Ein Kompliment gibt es dagegen für die einfach Steuerung: Wie in jedem Arcade-Racer ist man trotz zusätzlicher Attacken und Fähigkeiten bereits nach Sekunden mit ihr vertraut. Durch die Technik der PS5 gibt es beinahe keine Lade- und Wartezeiten, selbst die Suche nach Mitspielern funktioniert überraschend flott.

Messen kann man sich bisher übrigens in vier Modi: Neben dem Schotten für die meisten Punkte ("Mayhem") spielt sich "Motornado" etwas taktischer – man entscheidet selbst, wann man in einen Tornado in der Arena fährt und damit seine bisher gesammelten Punkte absichert, die man sonst verliert, wenn man selbst geschrottet wird. Noch taktischer muss man in "Stockpile", wo in Teams mit den Fahrzeugen geschrottet wird, Punkte dann aber zu Fuß eingesammelt und zu Sammelstationen gebracht werden müssen. Einfacher dagegen das Battle Royale in "Gridfall": In der Arena wachsen immer größere Löcher, wer als Letzter noch fährt, ist der Sieger.

Nicht nur online spielbar

Zwar ist "Destruction AllStars" ein waschechter Multiplayer-Titel, die vier Modi können aber auch offline gegen KI-Gegner in verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Außerdem werden noch ein paar kleinere Solo-Zusatzmodis wie Rennen durch Checkpoints oder Gegenstände-Zerstörungsfahrten auf Zeit sowie Duelle mit einer vorgegebenen Figur geboten, die aber mit dem Multiplayer-Erlebnis nicht mithalten können. Weitere Serien dieser Modi können im Store mit Echtgeld freigeschaltet werden – ohne sie verpasst man aber kaum etwas. Ebenso bei den zahlreichen kosmetischen Items, die man zukaufen kann, spielerisch kann man sich lobenswerter Weise keine Vorteile mit Geld verschaffen.

Grafisch bewegt man sich zwar nicht auf einem PS5-Niveau eines "Dirt 5", dennoch können sich die Arenen, Autos und Figuren mit scharfen Details und absolut flüssiger Darstellung sowie einer konstant hohen Bildwiederholrate sehen lassen. Nett: Bei Crashes werden die Karren deutlich sichtbar beschädigt, bei einigen Objekten in den Arenen muss man darauf aber verzichten. Und der DualSense-Controller rüttelt fröhlich bei den Sprüngen durch die Arena. Wer PlayStation Plus sowieso nutzt, sollte sich "Destruction AllStars" jedenfalls sofort holen. Fraglich nämlich, ob das Game nicht bald auch kistenpflichtig im PlayStation Store erscheinen wird.

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