Im Flüchtlingslager Traiskirchen sorgt eine neu engagierte Dolmetscherfirma für Kritik bei den Asylwerbern. Das Personal sei schlecht ausgebildet und mit der besonderen Situation in einem Asylverfahren überfordert. Jetzt bestätigt das UNHCR die Kritik. Das Land Niederösterreich setzt jetzt eine Detektei ein.
Die Flüchltinge, , fordern einen Austausch aller neu engagierter Dolmetscher in Traiskirchen. Denn vor einigen Monaten wurde im Flüchtlingslager die Zusammenarbeit mit vielen erfahrernen Dolmetschern beendet und eine Firma beauftragt, die mit niedrigen Stundenlöhnen und schlechter Qualität für Aufstand unter den Flüchtlingen und Ex-Dolmetschern sorgt.
Dass es Beschwerden gibt, bestätigt auch Christoph Pinter vom UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) in Wien. Man habe sich daher sofort an das Innenministerium gewandt, aber bisher keine Antwort auf die Frage bekommen, warum die Qualität der Übersetzungen plötzlich so gesunken sei, so Pinter.
Gerade bei der Erstbefragung sei korrektes Übersetzen extrem wichtig: „Letztendlich haben die Asylwerber in der Regel keine anderen Beweise als ihre eigene Aussage. Und ob in einem Asylverfahren gut oder schlecht übersetzt wird, kann dafür mitentscheidend sein, ob Schutz gewährt wird oder nicht.“
Detektei für Dolmetsch
Aus dem Innenministerium heißt es, dass Beschwerden selbstverständlich nachgegangen werde, für die Erstbefragungen sei aber die Landespolizeidirektion Niederösterreich zuständig. Dort bestätigt man, eine neue Firma - einer Detektei mit Dometscherangebot - zu beschäftigen, viel mehr aber nicht. Nur: Es habe noch keine Beanstandungen gegeben.