Sprach-Tests verkauft – Prüferin jetzt vor Gericht

Die Prüferin soll sich für positive Tests bezahlt haben lassen.
Die Prüferin soll sich für positive Tests bezahlt haben lassen.Bild: iStock

Eine Prüferin soll sich bezahlt haben lassen, um Kandidaten für den Deutsch-Test positiv zu bewerten. Am 8. April drohen ihr vor Gericht zehn Jahre Haft.

Bereits vergangenen Freitag musste sich eine 54-jährige Türkin vor dem Linzer Landesgericht verantworten. Der Vorwurf: Sie soll dafür bezahlt haben, um ihren Sprachtest positiv zu absolvieren (wir berichteten).

Der Prozess musste jedoch vertagt werden, da eine Zeugin, nämlich die Prüferin, die die Tests verfälscht haben soll, nicht erschienen war. Die Türkin gestand ihre Schuld teilweise ein. Sie habe aber kein Geld für das „Frisieren" ihres Test bezahlt, gab sie bei der Verhandlung an.

Rund 110 Anzeigen bei der Polizei

Die besagte Prüferin steht am 8. April selbst vor Gericht. "Sie teilte konkrete Prüfungsfragen vor dem Test mit, berichtigte nachträglich eine Vielzahl von falschen Multiple-Choice-Testantworten oder übergab im Nachhinein die Originalprüfung zur erneuten Verfassung eines geforderten Textes unter ihrer Anleitung", so Walter Eichinger, Mediensprecher des Linzer Landesgerichts.

Rund 110 Fälle wurden bei der Polizei angezeigt. Es sollen sogar Prüflinge aus anderen Bundesländern angereist sein, um in Linz bei der Angeklagten die Prüfung absolvieren zu können.

Konkreter Vorwurf gegen die 43-Jährige laut Anklageschrift: Bestechlichkeit in 68 Fällen, Urkundenunterdrückung in 70 Fällen, zwölf Urkundenfälschungen und Geschenkannahme durch Bedienstete in einem Fall. Für einen bestanden Test soll die Beschuldigte 400 Euro erhalten haben.

Auch die Schwester (39) der Beschuldigten ist mit angeklagt. Sie soll die Prüfungsarbeiten der ihr zugewiesenen fünf Prüfungskandidaten an ihre Schwester zur Vornahme von Manipulationen weitergeleitet haben.

Zwei weitere Mitangeklagte (beide 43) sollen Prüfungskandidaten vermittelt haben.

Wegen Bestechung und Urkundenunterdrückung drohen der Sprachlehrerin bis zu zehn Jahre Haft.

(mip)

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