Deutsche IS-Bräute werden im Irak vor Gericht gestellt

Irakische Frauen, die vor den blutigen Kämpfen aus der IS-Hochburg Mossul geflohen sind.
Irakische Frauen, die vor den blutigen Kämpfen aus der IS-Hochburg Mossul geflohen sind.Bild: Reuters

Vier deutschen Frauen, die ins Gebiet der Terrormiliz "islamischer Staat" (IS) gereist werden, können vorerst nicht zurück nach Deutschland.

Die vier Frauen aus Deutschland im Alter zwischen 16 und 50 Jahren waren bei der Eroberung von Mossul von irakischen Sicherheitskräften gefangen genommen worden.

Sie waren alle innerhalb der vergangenen drei Jahre ins Gebiet des "Islamischen Staates" ausgereist und hatten dort Dschihadisten geheiratet. Besonders der Fall der 16-jährigen Linda W. aus Sachsen erregte weltweit Aufsehen, nachdem irakische Medien ein Video von ihrer Gefangennahme veröffentlicht hatten.

Gegen sie und drei weitere Frauen, die aus Deutschland ins IS-Gebiet gereist waren, um sich der Terrormiliz anzuschließen, hat der irakische Generalstaatsanwalt ein formelles Strafverfahren eröffnet. Das teilte die irakische Justiz deutschen Diplomaten mit, berichtet der "Spiegel".

Todesstrafe droht

Bisher wissen die deutschen Diplomaten noch nicht, was die irakische Justiz den vier deutschen Frauen genau vorwirft. Möglich sind Anklagen wegen Terrorismus oder Mitgliedschaft beim IS. Bei einer Verurteilung drohen den Frauen langjährige Haftstrafen oder gar die Todesstrafe.

Der Verdacht, dass die Frauen der gefürchteten Sittenpolizei der Terrormiliz angehörten, soll sich nicht bestätigt haben. Auch die Berichte, dass die vier Frauen, die sich nach Abzug von IS-Kämpfern in einem Keller versteckt hatten, bewaffnet waren, bestätigten sich nicht.

Vor Ausreise bereits auffällig

Neben Linda W. aus dem sächsischen Pulsnitz setzten die Soldaten auch die 20 Jahre alte Nadja und ihre 50 Jahre alte Mutter fest. Lamia K. kommt aus Mannheim und hat marokkanischen Wurzeln. Die Mutter war bereits vor ihrer Ausreise ins Krisengebiet im Jahr 2014 durch islamistische Posts im Internet aufgefallen.

Ebenso wurde in Mossul die in Tschetschenien geborene Deutsche Fatima M. festgenommen. Sie setzte sich nach Erkenntnissen der deutschen Behörden vor längerer Zeit aus Herford ins IS-Gebiet ab, ihr Ehemann war zuvor bereits in der islamistischen Szene in Nordrhein-Westfalen aktiv. Fatima M. reiste mit zwei Kindern ins Kriegsgebiet, sie wurden aber offenbar bei einem Raketenangriff getötet.

(red)

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