"Wir sind fassungslos. Er wollte helfen und jetzt ist er selbst in größter Gefahr", schreiben die Feuerwehr-Kameraden von Steve Meiling aus dem sächsischen Borna in einer dramatischen Botschaft. Während Zehntausende Ukrainer hastig über die Grenzen flüchten, war der 42-Jährige als einer der wenigen in die andere Richtung unterwegs. Der deutsche Floriani wagte sich mitten ins Kriegsgebiet – aus Liebe zu seiner frisch angetrauten Frau. Sein Ziel: Kiew.
Seit einem Monat sind die beiden verheiratet und bald wäre sie wieder nach Deutschland gekommen, berichten Meilings Feuerwehr-Kollegen. Nur ein Sprachkurs habe für das erneute Visum gefehlt, doch durch Putins Angriff habe sich nun alles geändert. Der Kurs wurde abgesagt, die junge Frau muss in der Ukraine bleiben.
"Seine Liebe, seine Familie zu retten, ist für ihn die einzig richtige Entscheidung gewesen. 1500 Kilometer nahm er auf sich", so die Einsatzkräfte weiter. Doch kurz vor dem Ziel wurde Meiling plötzlich beschossen und kam ins Krankenhaus. Sein Handy und sein Auto wurden ihm abgenommen. Der Kontakt zu ihm brach ab, erst ukrainische Helfer konnten Stunden später seine Freunde in Deutschland erreichen. "Er lebt! Es geht ihm den Umständen entsprechend…"
Der dramatische Hilferuf der Silberhelme: "Leider wissen wir nicht, wie Steve und seine Frau, sowie ihr 13- jähriger Bub in Sicherheit gebracht werden können. Wir bitten dringend um Hilfe. Bringt unseren Feuerwehrkameraden und seine Familie zurück nach Deutschland!" Auch über die Kollegen in der Partnerstadt Irpin machen sie sich große Sorgen: "In den Medien hört und sieht man, wie die Region im Chaos versinkt und die Feuerwehrleute Ihr Leben riskieren, um Menschen aus den zerstörten und brennenden Häusern zu retten."
"Wir denken jeden Augenblick an Steve und an unsere Freunde aus Irpin und hoffen, nein wir Beten darum, dass sie und Ihre Familien am leben sind!"