Welt

Deutscher Gesundheitsminister für schnelle Impfpflicht 

Jetzt zieht auch Deutschland nach: Neo-Gesundheitsminister Karl Lauterbach fordert eine Impfpflicht im Schnelltempo und neue Kontaktbeschränkungen.
Heute Redaktion
05.01.2022, 13:32

Der deutsche SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach macht jetzt ernst. Angesichts der anrollenden Omikron-Welle spricht er sich jetzt für eine baldige Impfpflicht aus. Und das ohne dem geplanten Aufbau eines zentralen Impfregisters.

"Die Impfpflicht muss schnell kommen. Wir können nicht darauf warten, dass eine Impfpflicht überflüssig wird, weil wir eine sehr hohe Durchseuchung der Bevölkerung haben. Omikron als schmutzige Impfung ist keine Alternative zur Impfpflicht. Das wäre sehr gefährlich", betont Lauterbach im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er arbeite bereits an einem Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht für über 18-Jährige.

Strengere Kontaktbeschränkungen, kürzere Quarantänezeit

Um die Omikron-Welle zu brechen, werden auch strengere Kontaktbeschränkungen notwendig sein, kündigt der Gesundheitsminister an. Bei einer am Freitag angesetzten Bund-Länder-Konferenz will Lauterbach seine Vorschläge präsentieren. Details bleiben offen. Die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte sollen aber kurz- oder mittelfristig nicht aufgehoben werden.

Ebenfalls angedacht ist – wie auch hierzulande bereits diskutiert wird – eine Verkürzung der Quarantänezeit, um die kritische Infrastruktur durch Corona-Ausfälle nicht zu gefährden. Dazu zählen insbesondere Krankenhäuser, Altenpflege, Polizei, Feuerwehr sowie die Strom- und Trinkwasserversorgung. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass eine Verkürzung vertretbar sei, so Lauterbach. Die Generationszeit sei bei Omikron weitaus kürzer als bei der Delta-Variante.

Coronazahlen 

Die Omikron-Variante greift in Deutschland immer weiter um sich. Am Dienstag werden fast 60.000 Neuinfektionen gemeldet. Vor allem die Bundesländer im Nordwesten des Landes sind betroffen.

Trotzdem bleibt die Lage auf den Intensivstationen vorerst stabil. Das dürfte auch an der hochansteckenden Omikron-Virusvariante liegen, die laut bisherigen Erkenntnissen oft mildere Verläufe nach sich zieht. 3640 Patienten brauchen derzeit in Deutschland ein Intensivbett. 346 Menschen sind in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

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