Die finanzielle Hilfe in der griechischen Schuldenkrise bringt Deutschland jedes Jahr hohe Profite ein. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".
Kredite etwa, die an Griechenland vergeben wurden, werfen jährlich Zinsen ab. 1,34 Milliarden Euro sind so bisher zusammengekommen.
Die Griechen müssen diese Kredite nicht nur zurückzahlen, sondern auch Zinsen begleichen. So beläuft sich beispielsweise der Netto-Gewinn aus einem 22,3 Milliarden Euro-Kredit aus dem Jahr 2010 auf mittlerweile 393 Millionen Euro.
Das Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Ankauf von Staatsanleihen, das im Jahr 2012 beendet wurde, wirft nach wie vor Gewinne ab. Die EZB gibt diese an die Euro-Staaten weiter.
Kritik
An dieser Praxis gibt es seit längerem Kritik. "Es mag zwar legal sein, dass Deutschland an der Krise in Griechenland verdient. Legitim im moralischen Sinne der Solidarität ist es nicht", kritisiert etwa der Grünen-Politiker Sven-Christian Kindler. "Die Zinsgewinne müssen endlich an Griechenland ausgezahlt werden. Es kann nicht sein, dass Wolfgang Schäuble mit griechischen Zinsgewinnen auch noch den deutschen Haushalt sanieren will", sagt auch der EU-Experte der deutschen Grünen, Manuel Sarrazin.
(red)