In Deutschland soll die Reservepflicht wieder eingeführt werden. Das Bundesverteidigungsministerium unter Boris Pistorius arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Reservisten künftig zu Wehrübungen verpflichten kann. Ziel ist eine "verlässliche Verfügbarkeit der Reserve".
Die geplante Regelung betrifft alle Männer und Frauen unter 45 Jahren, die weniger als ein Jahr freiwilligen Wehrdienst geleistet haben. Sie können zu regelmäßigen Wehrübungen herangezogen werden – angedacht sind zwei Wochen pro Jahr oder alle zwei Jahre.
Wie der "Spiegel" berichtet, will die Bundesregierung das Gesetz Anfang Juli bei einer symbolischen Sitzung im Stauffenberg-Saal des Wehrressorts beschließen. Nach der Sommerpause könnte der Bundestag dann darüber abstimmen.
Wer länger als ein Jahr Wehrdienst geleistet hat oder sich als Berufs- oder Zeitsoldat verpflichtet hat, kann laut dem Gesetzentwurf sogar bis zum 65. Lebensjahr zu Übungen herangezogen werden.
Mit der Reform reagiert Deutschland auf die veränderte Sicherheitslage in Europa. Bisher waren Übungen für Reservisten ausschließlich auf freiwilliger Basis möglich.