Deutschland weist vier russische Diplomaten aus

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist über die Ausweisung der russischen Diplomaten aus Deutschland sicher nicht glücklich.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist über die Ausweisung der russischen Diplomaten aus Deutschland sicher nicht glücklich.Bild: picturedesk.com
Nach Großbritannien weist auch Deutschland russische Diplomaten aus, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Auch andere europäische Länder reagierten am Montag.
Wegen des Giftanschlags auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal auf britischem Boden will Deutschland laut einem Medienbericht vier russische Diplomaten ausweisen. Die Betroffenen hätten einen nachrichtendienstlichen Hintergrund, berichtet die"Süddeutsche Zeitung".

Als Gründe werden die Solidarität mit Großbritannien und die fehlende Kooperation Russlands bei der Aufklärung über Chemiewaffeneinsätze genannt.

USA schmeißen 60 "Spione" raus

Als Reaktion auf den Giftanschlag weisen die USA 60 Mitarbeiter von diplomatischen Vertretungen Russlands aus. Hochrangige Regierungsmitarbeiter sagten am Montag in Washington, bei ihnen handle es sich um "bekannte Mitarbeiter der Geheimdienste". Das russische Konsulat in der Westküstenstadt Seattle werde auf Anweisung von Präsident Donald Trump komplett geschlossen, hieß es ferner. Die Russen hätten sieben Tage Zeit, das Land zu verlassen.

Der Fall Skripal löste eine schwere Krise in den Beziehungen zwischen London und Moskau aus. Nachdem Großbritannien die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten angeordnet hatte, reagierte Russland mit einem entsprechenden Schritt.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in der südenglischen Stadt Salisbury vergiftet worden. Die beiden befinden sich weiter im Koma im Krankenhaus, ihr Zustand wird von den Ärzten als ernst, aber stabil bezeichnet.

Die britische Regierung macht Russland für den Giftanschlag verantwortlich und geht davon aus, dass dabei ein Gift der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion zum Einsatz kam. Russland weist dies von sich und bestreitet auch die Herstellung von Nowitschok.
Polen weist nach Regierungsangaben vier russische Diplomaten aus, Litauen und Tschechien drei sowie Dänemark zwei russische Diplomaten.

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(red)

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