Österreich

Dicke Luft bei Wirten

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:02

- Lokalbetreiber und die Gäste zeigen sich einsichtig, es passieren dennoch immer wieder einige Hoppalas - Gastronomen sind verunsichert: Wie lange kann der schwammige Gesetzestext denn tatsächlich halten?

Leo Graf, Chef von „Wirte 3100“ in St. Pölten, formuliert es bemüht höflich: „Dieses Tabakgesetz ist alles andere als das Gelbe vom Ei! Schwammige Formulierungen kosten der Gastronomie Unsummen!“ Und auch eine Flut an Anzeigen. Rauchsheriffs – beamtete wie selbsternannte – enttarnen niederösterreichs Gastro-Szene nämlich als extrem raucherfreundlich.
In St. Pölten und Wr. Neustadt enden Kontrollbesuche zu 80 Prozent mit einer Anzeige, in Amstetten immerhin noch 75 Prozent. Dabei sind die Wirte durchaus guten Willens. Sie legen Wert darauf, dem Gesetz Genüge zu tun. Viele Gäste sind trotzdem unzufrieden. Leo Graf: „Mein kleines In-Lokal „Manhattan“ habe ich von einem Tag auf den anderen umbauen lassen. Kosten: Gut 7000 Euro. Fazit: Ein Viertel weniger Sitzplätze.“ Einen Stock tiefer im Einkaufszentrum Promenade hat Innungsmeister Fred Neuhauser um Tausende Euro um- und eine Tür mehr als notwendig einbauen lassen. Dies hat er aber erst bei der Bauabnahme erfahren.
Andreas Schmidt von der Strafabteilung vom Magistrat der Landeshauptstadt bestätigt den guten Willen der Gastronomen: „In den letzten zwei Jahren hatten wir nur eine Handvoll Wirte, der wir mit dem Entzug des Gewerbes drohen mussten.“ Karl Müllauer

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