Ehepaare, Bischöfe, Experten aus aller Welt tagen seit zwei Wochen in Rom zum Thema Familie. Ich darf daran teilnehmen und lerne viel. Was wusste ich schon über die Situation in Afrika? Über den radikalen Wandel von einer uralten dörflichen Stammeskultur zu den riesigen Millionenstädten, in denen inzwischen fast die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung lebt. Wie schaffen die Menschen diesen Übergang in ihren Ehen und Familien?
Viel ist die Rede von den Familien in den Kriegsgebieten der Welt. Flucht ist oft der einzige Ausweg. Familien werden zerrissen. Aber sie halten auch zusammen, helfen einander, besser als alle staatlichen Stellen. Thema Arbeitsmigration: Hunderttausende Mütter sind aus der Ukraine, aus Osteuropa und aus Asien auf Arbeitssuche in den Westen gekommen. Die Kinder sind meist bei den Großeltern geblieben, sofern vorhanden. Von all dem, und von noch viel mehr ist auf der Synode zu hören. Und auch darüber, dass immer mehr Menschen ohne Trauschein zusammenleben. Und dass die Scheidungen nicht weniger werden.
Also vor allem viel Not? Ist die Familie in Gefahr? Gar ein Auslaufmodell? Ganz gefehlt. In allen Umfragen steht der Wunsch nach Familie ganz oben. Aus aller Welt hören wir Ähnliches. Die Familie lebt, auch wenn sie viele Wunden hat. Gerade die Flüchtlinge zeigen, dass in Zeiten der Not kein Netzwerk besser hält, als das der eigenen Familie. Diese Botschaft nehme ich aus Rom mit: Die Familie hat Zukunft! Schließlich hat ja Gott selber sie erfunden. Sie ist seine eigene Idee für uns!