Die irrsten Zulagen in Österreich

Bild: Jelio Anton Stefanov

Nach einem Rechnungshofbericht 2007 wurde die Anzahl der Zulagen im Bundesdienst von 608 auf 258 verringert. Nach wie vor machen Zulagen bei den Beamten rund 20 Prozent ihres Verdienstes aus. Und noch immer gibt es so manche Schmankerl.

Nach einem Rechnungshofbericht 2007 wurde die Anzahl der Zulagen im Bundesdienst von 608 auf 258 verringert. Nach wie vor machen Zulagen bei den Beamten rund 20 Prozent ihres Verdienstes aus. Und noch immer gibt es so manche Schmankerl bei den Nebengagen für Beamte.

 

Der Fall eines Oberbereiters an der Spanischen Hofreitschule sorgt derzeit für einen skurrilen Streit am Arbeitsgericht Wien - In Österreich werden viele Bundes- und Landesbedienstete mit irren Zulagen bedacht. Die seltsamsten Gagen im Überblick:


Wien zahlt Magistratsbediensteten, die in der Bestattung tätig sind, eine eigene Zulage für das Verlöten von Särgen (4,39 Euro pro Sarg).
Auch eine Leichenentkleidungsgebühr wird ausbezahlt – bis zu 26 Euro pro Fall.
Einsatz von „Scanmobilen“ (Röntgenfahrzeuge, zb. mobiler Zoll) zur Auffindung von geschmuggelten Tabakwaren: Bis zu rund 26 Euro/Monat „Erschwerniszulage“
Für das Beobachten des Wetters werden je nach Anstrengung 2,5 bis 3,9 Euro täglich und rund 78 bis 155 Euro monatlich ausgezahlt.
Aufwandsersatz für Künstler der Hofmusik für Musikinstrumente: 8,8 Euro/Monat.
Wassermesserableser erhalten pro Monat 97,48 Euro als Zusatzgage, wenn der Durchschnitt der in einem Quartal NICHT abgelesenen Wassermesser weniger als acht Prozent beträgt, und pro Arbeitstag 3,48 Euro zusätzlich.
Auch eine Bildschirmzulage für das Arbeiten am Computer gibt es noch: Je nach Dauer pro Tag vier bis zehn Euro.
Der Staatssender ORF zahlt Mitarbeitern für die telefonische Erreichbarkeit am Wochenende extra 84 Euo.
Raumpflegerinnen erhalten eine monatliche Putzzulage von 27,85 Euro.
Für einen Jäger im Bundesdienst wird jeder einzelne Schuss, bei dem etwas getroffen wurde, berechnet. Dafür gibt es diverse Schuss- und Fangpauschalen, natürlich abseits der Jagdzulage, für diese wird bis zu 24,8 Euro monatliche Aufwandsentschädigung gezahlt.
Städtische Fotografen erhalten pro Monat 84,21 Euro extra, weil sie im Zuge von Baudokumentationen auf Kräne und Dächer steigen müssen.
Für ORF-Bedienstete gibt es "Entschädigungen für Frack und Smoking" (65 Euro bzw. 102 Euro).
Bei den Nebengebühren in Wien regelt eine Beilage die "Gefahrenzulage für Stadtgärtner, die mit der Pflege der Hänge-Pelargonien in den an der Rathausfassade angebrachten Fensterkisten betraut sind. Pro Arbeitsstunde kassieren die Beamten 0,59 Euro extra.
Als Erschwerniszulage gibt es für die Handschriftenuntersuchungsstelle eine Zehnfingerabdrucksammlung. Die zivilen Bediensteten im Bundeskriminalamt kassieren monatlich zwischen 18,4 Euro und 38,9 Euro.
Bekleidungspauschale (Kleiderabnützung) zwischen 3,7 und 19,7 Euro monatlich.
Auch der Staatssender ORF ist ein Zulagen-Paradies. Beispiel: Für telefonische Erreichbarkeit am Wochenende bekommen Mitarbeiter extra 84 Euro. 
Wer beim ORF arbeitet erhält Höhenzulagen für Arbeiten ab 1.500 Metern Seehöhe (zb. Sportreporter im Zuge ihrer Berichterstattung).
Magistratsbedienstete  in der Bestattung können extra eine "Leichenentkleidungsgebühr" verrechnen – pro Körper bis zu 29 Euro.

W. Höllriegl/M. Jelenko

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