Die Luxusjacht "Ragnar" steckt seit Mitte Februar im äußersten Nordens Norwegens fest. Grund ist die Weigerung der örtlichen Verantwortlichen, das Schiff, das einen russischen Besitzer hat, vollzutanken, wie norwegische Medien berichten. Gegenüber dem norwegischen Fernsehen erklärte ein ortsansässiger Tankwart: "Die können ja heimrudern."
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Die norwegische Regierung dürfte wohl aufgrund der weltweiten Sanktionen gegen Russland nach dessen Einmarsch in die Ukraine hinter dem Vorgehen stehen. Doch das Vorgehen ist heikel: Denn die "Ragnar" steht auf keiner Sanktionsliste.
Die 68-Meter-lange Superjacht gehört dem russischen Staatsbürger und früherem KGB-Mann Wladimir Strschalkowski. Dieser ist in Moskau bestens vernetzt, und sitzt zum Beispiel seit geraumer Zeit im Vorstand des örtlichen Fußballklubs Dynamo Moskau.
Nicht aus Narvik raus kommt nun aber eine Besatzung, die laut Medienberichten ausschließlich aus Personen aus westlichen Staaten besteht. Der Kapitän der "Ragnar" gibt sich gegenüber den Medien denn auch entsetzt über das Vorgehen der norwegischen Behörden: "Wir haben nichts mit dem Besitzer der Jacht zu tun. Die lokalen Lieferanten lehnen es ab, an uns zu verkaufen. Dabei segeln wir unter der Flagge von Malta und haben keine russischen Besatzungsmitglieder."
Das Schiff ist laut Medienberichten knapp 70 Millionen Euro wert und hat ein besonderes Merkmal: Es kann Eis durchbrechen und eignet sich deshalb besonders für Reisen an die Erdpole. Bevor sie in Narvik stecken blieb, war die 16-köpfige Crew in Richtung Spitzbergen unterwegs. Auch Platz für Amphibienfahrzeuge und einen Helikopterlandeplatz hat das Luxusgerät.