Es gab eine Zeit, da hatte Wien den Ruf einer grauen, langweiligen und toten Stadt, in der am Zentralfriedhof mehr los war als in der City. Das ist Gott sei Dank längst vorbei, Wien ist hip, lebendig und bunt. Das ist nicht zuletzt den Künstlern und der Kunst in dieser Stadt zu verdanken. Gerade diese Woche jagt ein Kunstevent das andere.
Allen voran die Wiener Kunstmesse "Viennafair". Sie hat sich zu einem künstlerischen Fixpunkt für Galerien, Sammler und interessiertes Publikum entwickelt. Das Konzept, Brücke zwischen Ost und West zu sein und vorwiegend zeitgenössische Topkunst zu zeigen, geht auf.
Bis Sonntagabend erzählen 99 Galerien, davon zwei Drittel aus dem Ausland, viele aus Osteuropa, in der Messe Wien von der Zukunft der Kunst. Darunter zeigen Platzhirsche wie die international renommierten Wiener Galerien Krinzinger, Kargl, Hilger oder Layr und internationale Schwergewichte wie Regina Galerie Moskau, was die Kunstwelt bewegt und verändert. Angebote für große und kleine Geldbörsen vom deutschen Malerstar Gerhard Richter um 900.000 Euro bis zu Arbeiten junger Künstler um 2.500 Euro sorgen für Kaufinteresse.
Wie immer zur Messezeit empfiehlt sich eine Wanderung durch die Wiener Galerienlandschaft von Seilerstätte, über Getreidemarkt bis Freihausviertel. Im Rahmen der von der Kreativagentur "departure" organisierten Reihe "curated by" präsentieren Kuratoren aus aller Welt Ausstellungen zum Thema "Bett".
Eine geballte Ladung vor allem junger Kunst gibt es auf der Parallel-Kunstmesse zu sehen. Weit über 3.000 Quadratmeter Kunst von über 300 Künstlern im alten Postamt in der Schnirchgasse im 3. Bezirk.
Viele kleine Kunstgruppen und Vereine ergänzen das tolle Angebot, spannend etwa die Präsentation der vom Wiener Sammler Amir Shariad getroffenen Künstlerauswahl im Neuen Kunstverein Wien im Hochhaus in der Herrengasse.
Hingehen und schauen. Es lohnt sich!
Hoch lebe die Kunst.