Politik

Die letzten FPK-Freunde versagen Dörfler die Treue

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:02

In Kärnten geht die Diskussion, ob die Ex-FPK-Spitzenleute Gerhard Dörfler und Harald Dobernig nach der herben Wahlpleite in den Landtag einziehen sollen oder ein Neustart nötig ist, auch nach dem Komplett-Rückzug von Kurt Scheuch munter weiter. Dörfler ließ ausrichten, er verstehe die Welt und seine "Parteifreunde" nicht mehr.

In Kärnten geht die Diskussion, ob die FPK-Spitzenleute nach der herben Wahlpleite in den Landtag einziehen sollen oder ein Neustart nötig ist, auch nach dem Komplett-Rückzug von Kurt Scheuch munter weiter. Dörfler ließ ausrichten, er verstehe die Welt und seine "Parteifreunde" nicht mehr.

"Ich wollte am Sonntag vor laufender Kamera meinen Gesamtausstieg aus der Politik bekannt geben", sagte er am Mittwoch laut "Kleine Zeitung". Das hätte er als Konsequenz aus der verheerenden Wahlniederlage bei der Landtagswahl für nötig gehalten. "Man hat mich aber gebeten, es nicht zu tun", so Dörfler. Bislang sah es so aus, als wäre es der bisherige Landeshauptmann gewesen, der weitermachen wollte.

"Die Leute wollen einen Neustart"

Dass Dörfler und die weiteren Regierungsmitglieder und Wahlverlierer Kurt Scheuch, Christian Ragger und Harald Dobernig in der Landespolitik bleiben wollen, hatten die Parteigremien am Montag akzeptiert. Doch eine dagegen meuternde Parteibasis und und Ragger als neuen Obmann ist vielen zu wenig.

Und auch die Gegenwehr von Ragger, der die FPK weiter eigenständig und nicht in die Bundes-FPÖ eingegliedert sehen möchte, verstehen viele nicht. Der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider hatte schon am Dienstag zur "Kleinen" gemeint: "Die Leute wollen einen wirklichen Neustart."

Reißt Dörfler auch Neo-Boss Ragger mit?

Wie es mit Kurt Scheuch nach seinem politischen Rückzug vom Mittwoch weiter geht, ist letztlich auch noch nicht restlos geklärt, denn die Spittaler Bezirksparteileitung hat ihn als Parteichef bestätigt. Das sei Auftrag für den Landtag, sonst hätte die Oberkärntner FPK keinen Vertreter, hieß es.

Dörfler und Dobernig könnten ihre Entscheidung letztlich wiederum von Ragger abhängig machen. Er war zwar das bislang unbekannteste Gesicht in der Kärntner FPK-Landesregierung. Doch auch er war mitbeteiligt an der Politik der letzten Jahre. Und so scheinen sich Dörfler und Dobernig zu denken: 'Wenn wir gehen müssen, dann aber auch wirklich alle.'

Konferenz in Klagenfurt

Ragger hat er für Freitag die letzten getreuen Kärntner FPK-Funktionäre zu einer Bürgermeister-Konferenz nach Klagenfurt eingeladen. Da sollen dann endgültig Nägel mit Köpfen gemacht und auch nach einer Eingliederung in die FPÖ besprochen werden.

Ist FPK auf FPÖ finanziell angewiesen?

Ein Aufgehen in der FPÖ sehen viele als sinnvoll, weil man die Rest-FPK nach dem Verlust von 27 Prozent der Stimmen weiters finanziell als nicht mehr Überlebensfähig ansieht. Durch den Absturz von 17 auf sechs Landtagsmandate sinkt die Parteienförderung von 2,28 Millionen auf rund 800.000 Euro und die Klubfinanzierung von 1,21 Millionen auf 420.000 Euro. Gegenüber dem bisherigen Mandatsstand fällt die FPK damit jährlich um rund 2,3 Millionen Euro um.

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