Millionen Menschen in den USA haben auch den Zweiten Weihnachtsfeiertag bei Schnee und extremer Kälte verbracht. Landesweit wurden bis Montag mindestes 50 Todesfälle in Zusammenhang mit dem extremen Wintereinbruch gemeldet, doch die Zahl dürfte noch deutlich steigen, weil Einwohner in manchen Gegenden in ihren Häusern und Wohnungen eingeschlossen waren.
Besonders schlimm war es in der Stadt Buffalo im Bundesstaat New York und Umgebung, wo nach einem Blizzard die Zahl der Toten bis Montag auf 27 stieg. Der Nationale Wetterdienst sagte für einige Regionen mehr als 20 weitere Zentimeter Schnee bis Dienstag voraus. Danach soll es milder werden. Einige der Todesopfer in Buffalo wurden in ihren Autos gefunden, andere in Wohnungen oder unter Schneewechten. Einige starben beim Schneeschaufeln, andere weil Einsatzfahrzeuge nicht schnell genug zu ihnen durchkamen.
Der Verwaltungschef des Bezirks Erie County, Mark Poloncarz, sagte am Montag, der Blizzard am Freitag und Samstag sei vermutlich der schlimmste Sturm gewesen, den man jemals erleben werde. Eine vorsichtige Entwarnung sei absehbar, "aber das ist noch nicht das Ende", betonte er mit Blick auf die Wettervorhersage. Man müsse auch noch mit weiteren Opfern rechnen.
Die meisten Lebensmittelläden in der Region waren am Montag geschlossen, zudem galt ein Fahrverbot. Einige Bewohner baten über das Internet um Spenden, weil ihnen das Essen ausging. Präsident Joe Biden sprach den Angehörigen der Toten sein Beileid aus und bot New York Unterstützung der Bundesregierung in Washington an.
Der Blizzard begrub in Buffalo und anderen Teilen New Yorks Autos unter sich und verhinderte ein Durchkommen der Einsatzkräfte. In vielen Gegenden fiel zeitweise der Strom aus. Gouverneurin Kathy Hochul sprach bei einem Besuch in ihrer Heimatstadt Buffalo von einem Sturm historischen Ausmasses. Bereits im November habe es in der Gegend stark geschneit, erinnerte die Gouverneurin. Damit sei man jetzt schon nahe an den 2,40 Metern Schnee, die üblicherweise im gesamten Winter fallen. Am Flughafen von Buffalo wurden am Montag 1,25 Meter Schnee gemessen, wie der US-Wetterdienst mitteilte.
Die Kaltfront reichte von der kanadischen Grenze bei den Grossen Seen bis zum Rio Grande an der mexikanischen Grenze. 60 Prozent der amerikanischen Bevölkerung waren von Wetterwarnungen, gebietsweise unpassierbaren Strassen und Stromausfällen betroffen. Das Ausmass des Sturms mit Blizzards, Eisregen, Überschwemmungen und lebensgefährlichen Temperaturstürzen war fast beispiellos. Zwischen den Rocky Mountains und den Appalachen fielen die Temperaturen weit unter die sonst üblichen Werte.
Unter diesen Umständen könne man im Freien binnen Minuten Erfrierungen erleiden, warnte der Wetterdienst. Nach Tausenden Flugausfällen am Samstag und Sonntag wurden auch am Montag bis zum Nachmittag mehr als 3000 Inlands- und internationale Flüge gestrichen, wie aus Daten der Webseite FlightAware hervorging.