Die neuen Inhalte für "Hyrule Warriors" im Test

Karate-Link und Roboter-Action: Erste Inhalte des Erweiterungspasses für "Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung" ist da – und überrascht im Test.

Das Hack-and-Slay "Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung" hat etwas Außergewöhnliches geschafft. Zwar wurde im Rahmen der Videospielmesse E3 der kommende Nachfolger des Epos "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" vorgestellt, mindestens einen ebenso großen Hype hat aber ein Einblick-Video in den Erweiterungspass von "Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung" ausgelöst. Und das, obwohl es sich "nur" um einen zweiteiligen DLC handelt. 

Nein, ein "Breath of the Wild 2" ist "Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung" nicht einmal annähernd. Dennoch transportiert das Game im Rahmen seiner Möglichkeiten das Gefühl, im selben Universum zu spielen. Trotz Haudrauf-Gameplay fühlt man sich in die mystische Version von Hyrule versetzt, die Gamer auf der ganzen Welt zum Start der Switch in ihren Bann zog. Es handelt es sich wohl um das durchdachteste "Warriors"-Game seit einigen Jahren, schrieben wir beim Hauptteil damals.

Wenig Story, viel Inhalt

Ab sofort ist der erste Teil des Erweiterungspasses verfügbar und heißt "Antike Lebenszeichen", Teil 2 namens "Der Wächter der Erinnerung" wird im November 2021 auf die Switch dazustoßen. Und wieder ist Hyrule in Gefahr. Nachdem im Hauptteil die Gefahr der Verheerung Ganons vorerst gebannt und die Wächterarmee zurückgeschlagen werden konnte, kehrt die Verheerung zurück und es liegt einmal mehr an uns, in den Kampf zu ziehen. 

Zwar darf man sich erzählerisch nicht allzu viel oder gar ein ganz neues Abenteuer vom ersten DLC erwarten, einige Andeutungen, neue Charaktere, Feinde und Levels gibt es aber doch. So dermaßen ausführliche Videosequenzen, Plot-Twists und überhaupt einen roten Handlungsstrang wie im Hauptspiel hat man sich gespart, die Neuerungen des "Hyrule Warriors"-Erweiterungspasses sind dafür inhaltlich umso ausführlicher ausgefallen und bringen Material für gut 15 bis 20 Stunden.

Biker-Zelda und Karate-Link

Dekorativer Natur ist das neue Antik-Kostüm samt passender Waffe für Link. Die Rüstung im Wächter-Design verpasst unserem Spielhelden den Look der für viele angsteinflößendsten Gegner des Titels, der Roboter-Kraken. Dazu gibt es ein passendes Laser-Schwert, das zwar spacig aussieht, sich aber sehr klassisch spielt. Neu spielen sich dafür die Doppelklaue für Link und der Eponator für Zelda, die beide besonders leichte Kombo-Ketten ermöglichen.

Link wird mit der Klaue zu einem Karate-Kämpfer, der je nach Situation die Stabwaffe zu einer Art Nunchaku ausfahren und damit durch ganze Gruppen von Feinden mähen kann. Werden diese weggeschleudert, kann sich Link per Hakenfunktion direkt an die feinde heranziehen und die Kombo gleich fließend fortsetzen. Das spielt sich ebenso cool, wie es aussieht. Zelda wiederum steht Link in Sachen Coolness nichts nach, denn sie darf auf dem Bike namens Eponator Zero – bekannt aus "Mario Kart 8" und "Breath of the Wild" – in die Schlacht kurven.

Spieler dürfen nun Wächter steuern

Die wohl größte Neuerung ist aber, dass der Spieler nun den Wächter-Veteran als Spielfigur steuern darf. Die Kampfmaschine kann entweder einzelne Feinde mit Lasererfassung ins Visier nehmen oder mit einem gigantischen Strahl gleich durch die ganze Horde mähen. Ein herrlicher Spaß, endlich mal am Steuer einer dieser monströsen Maschinen stehen zu dürfen. Generell gilt sowohl für die neue Spielfigur, als auch für die beiden neuen Waffen: Ihr Einsatz will geübt werden, denn sie sind nicht so leicht zu meistern – wer es schafft, bekommt aber viel flüssigere und spektakuläre Kämpfe serviert.

Als neues Areal dürfen Spieler zudem das Königliche Institut erkunden. Dort warten die Wissenschaftler Purah und Robbie mit Forschungsaufgaben. Im Prinzip handelt es sich beim Institut um einen großen Skill-Tree, dessen einzelne Punkte bestimmte Voraussetzungen wie das Sammeln von Materialien voraussetzt. Hat man die Anforderungen eines Punktes erreicht, schaltet sich dieser frei und spendiert uns allerlei Nützliches wie höheren Schaden, mehr Inventarplätze, bessere Chancen auf den Fund seltener Items oder auch neue Waffen. Nett gemacht: Purah und Robbie erzählrn dabei eine kleine Story und fallen mit einer tollen Sprachausgabe und sehr viel Witz auf.

Wer kaufen und wer warten sollte

Während im Institut also eher Sammelwut gefragt ist, kommen auch neue Gegner ins Spiel. Riesige Moblins bewerfen unsere Helden nun mit Bomben oder jagen sie mit Stromschlägen sowie Magiebällen und gigantische Schleimmonster versuchen, die Spielfigur gleich vollständig zu verschlingen. Was dabei gefällt: Beide sind keine simplen Haudrauf-Feinde, sondern erfordern auch etwas taktisches Denken sowie Timing. Und auch Endgame-Content ist wieder dabei. Wer es extraschwer mag, bekommt den neuen Schwierigkeitsgrad "Apokalypse" fortgesetzt. Schade: Der macht Gegner zwar ausdauernder und stärker, bringt aber abseits davon wenig Neuerungen bei Waffen und Items mit sich.

Smartere Feinde, schnellere Waffen und stärkere Bosse als jemals zuvor, dazu noch eine Extraportion Sammelfieber und ein dekorativer Aufputz für unseren Helden – wer nach inhaltlichen Neuerungen sucht, wird mit dem ersten Teil des Erweiterungspasses für "Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung" hellauf zufrieden sein. Wer allerdings auf große Story-Neuigkeiten gehofft hat, der sollte sich lieber noch bis November gedulden. Dann sollte sich mit dem zweiten Teil "Der Wächter der Erinnerung" mit neuen Charakter-Episoden und Schlachten auch bei der Handlung mehr tun.

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