Dienstfrei: Risikopatient ist, wer Medikament nimmt

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SymbolbildBild: picturedesk.com

Risikopatienten sollen verpflichtend dienstfrei oder Home Office haben. Wer dazu zählt, sollen die Krankenkassen nun ermitteln. Die wissen allerdings noch nicht wie.

Wer zählt nun alles zur Risikogruppe, die laut Regierung verpflichtend dienstfrei oder Home Office haben muss? Diese Frage beschäftigt seit der Ankündigung viele. Vor allem, weil die Kriterien nicht klar sind.

Raucher, Alte, Dicke?

Wer potenziell ein höheres Risiko hat, dass die Corona-Erkrankung lebensgefährlich verläuft, haben wir hier erläutert. Doch, kann man all diesen Menschen das Arbeiten verbieten?

Wohl nicht. Die Gruppe würde Millionen von Menschen umfassen. Die Entscheidung muss individueller getroffen werden. Wie genau das passieren wird, hat nun Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) verraten.

Krankenkassen ermitteln Gefährdete

"Wir versuchen das auf jene Gruppe zu fokussieren, die eine drastische Verringerung des Immunsystems hat", sagt er. Das können beispielsweise schwer Krebskranke sein oder auch starke Diabeter. "Das wird jetzt im Augenblick abgegrenzt."

Wer eine starke Beeinträchtigung des Immunsystems hat, soll laut Anschober die Krankenkasse feststellen - anhand der verschriebenen Medikamente. Diese Gruppe soll kontaktiert werden. Ebenfalls zur Entscheidungsfindung beitragen soll aber auch der Haus- und der Facharzt, so der Minister.

Also: Wer entsprechende Medikamente nimmt, wird von der Krankenkassa kontaktiert. Dass das allerdings nicht so einfach ist, zeigt die Reaktion der Krankenkassen.

Noch nicht so klar

Denn dort ist noch nicht so klar, wie das laufen soll. Zwar könne man auslesen, wer welche Medikamente nimmt, aber nicht, wie das Krankheitsbild des Betroffenen ist. Das erklärt Peter Lehner vom Dachverband der Sozialversicherungsträger im "Ö1 Mittagsjournal".

Er empfiehlt eher, dass hier auch ein Aufruf an die Hausärzte gehen sollte, sich hier einzubringen: "Die sind diejenigen, die wirklich wissen, wo die Risikopatienten zuhause sind."

Außerdem solle die Risikogruppe nicht nur nach eingenommenen Medikamenten definiert werden, sondern nach konkrete Krankheitsbilder, appelliert Lehner. Das soll das Ministerium nun genau festlegen.

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