Diese 280 Jahre radeln beim "Race Around Austria"

Die Athleten des "Crataegutt Seniors Racing Team"
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Beim "Race Around Austria" warten auf die Rad-Athleten 2.200 harte Kilometer. Am Start ist auch ein Senioren-Team. "Heute" weiß von ihrer Motivation.

Ein Kraftakt ist das Langstrecken-Rennen entlang der Staatsgrenze ohnehin. Nonstop gilt es, unter anderem die großen Pässe wie Großglockner, Kühtai und Silvretta zu bezwingen. Unglaublich: Unter den Teilnehmer ist auch ein Senioren-Team mit einem Durchschnittsalter von 70 (!) Jahren. Zusammen sind die Radler des "Crataegutt Seniors Racing Teams" – Lothar Färber, Pepi Bichl, Alfred Lechnitz und Hannes Krivetz – sogar 280 Jahre alt.

Wieso tut man sich das im Pensionisten-Alter an? Herbert Lackner, der 80-jährige Team-Manager, klärt im "Heute"-Talk auf: "Wir wollen zeigen, dass es noch mehr gibt als Taubenfüttern und auf das Ende warten. Man kann auch in diesem Alter noch Visionen haben." Langstrecken-Erfahrung bringt das Team genug mit, unter anderem durch Starts beim "Race Across America".

"Wir trainieren zwischen 6.000 und 15.000 km pro Jahr", klärt Lackner auf. Das wirkt sich im fortgeschrittenen Alter positiv auf das Befinden aus. "Von uns sind alle sehr gesund, ein Mal pro Jahr sind wir beim Sportarzt, keiner von uns hat Herzprobleme." Doping ist für die rüstigen Senioren kein Thema. "Wir haben ja keine konkreten sportlichen Ziele. Wir treten immerhin gegen Sportler an, die unsere Kinder oder Enkelkinder sein könnten." Doch gänzlich ohne Medikamente geht es nicht zu. "Mittel gegen Bluthochdruck und Harndrang und was man in dem Alter so nehmen muss, sind halt schon dabei", schmunzelt der Team-Manager.

Mit Mario Kummer hat das Senioren-Team einen prominenten sportlichen Berater. Der Olympiasieger und zweifache Weltmeister war beim Team Telekom sportlicher Leiter von Jan Ulrich und Alexander Winokurow. "Er gibt uns gute Tipps, zum Beispiel wie wir die Pässe wie etwa den Großglockner bewältigen können", erklärt Lackner.

In der Vorbereitung wurde natürlich auch das sensationelle Olympia-Gold für Österreich durch Anna Kiesenhofer mitverfolgt. "Das zeigt, was man mit einem gewissen Maß an Frechheit erreichen kann", zollen die Rad-Senioren der 30-Jährigen Respekt. Kritischer Nachsatz: "Der heimische Radsport-Verband ist sehr schwach. Die Erfolge – auch bei der Tour de France – sind kein Verbands-Verdienst. Es ist ein Wunder, dass dieser Verband solche Leute wie Kiesenhofer oder Konrad hervorbringt."

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