Diese Corona-Forschung über Raucher erstaunt

Eine Studie bestätigt, dass die Lunge von Rauchern nicht so sehr mit einer Coronavirus-Infektion zu kämpfen hat. 
Eine Studie bestätigt, dass die Lunge von Rauchern nicht so sehr mit einer Coronavirus-Infektion zu kämpfen hat. istock
Raucher sind gefährdet, besonders schwer an Corona zu erkranken. So die bisherige Studienlage. Forscher wollen nun das Gegenteil herausgefunden haben.

Das Coronavirus greift das Lungengewebe und das Bronchialsystem an, welches durch den Konsum von Zigaretten in Mitleidenschaft gezogen wird. Als ein Experte aus Regensburg im April erklärte, dass Raucher gefährdeter für eine Ansteckung mit dem Coronavirus seien, war das somit wenig überraschend. Ein Forscherteam aus derselben Ortschaft in Deutschland liefert nun in einer Studieneue Erkenntnisse - und diese erstaunen.

Die Wissenschaftler haben entdeckt, dass Zigaretten einen gewissen Schutz vor dem Coronavirus dastellen könnten. Dazu haben sie den Verlauf der ersten Corona-Welle für den Raum Regensburg (Stadt und Landkreis) ausgewertet und sind dabei zu unverhofften Erkenntnissen gelangt. Einem Bericht der Mittelbayrischenzufolge sollen Raucher im Durchschnitt einen weniger langen Corona-Verlauf erleben als Nichtraucher.

Symtome weniger stark ausgeprägt

Untersucht wurden 1084 Fälle von Covid-19 in der Stadt und dem Landkreis Regensburg. Mit 419 Genesenen wurden sechs Wochen nach ihrer Infektion zudem Interviews geführt. Von 417 der 419 Personen waren 50 Raucher und 367 Nichtraucher. Nach der Auswertung der Antworten zeigte sich, dass Symptome beim Corona-Verlauf bei Rauchern weniger lang auftreten als bei Nichtrauchern. Die Anzeichen selbst, wie Geruchs- und Geschmacksstörung, Erkältung und Atemstörungen, seien auch schwächer ausgeprägt.

Dr. Benedikt Lampl, ein an der Studie beteiligter Mediziner vom Regensburger Gesundheitsamt, sieht eine mögliche Erklärung für die weniger ausgeprägten Symptome bei Rauchern: "Man könnte sich zum Beispiel vorstellen, Raucher leiden ja häufig an Raucherhusten. Das heißt, das ist ein "Symptom", das die Raucher dauerhaft haben unter Umständen. So dass ein zusätzlicher Husten durch eine entsprechende Infektion in der eigenen Wahrnehmung gar nicht so ins Gewicht fällt, insbesondere dann, wenn er nur leicht ausgeprägt ist."

Auf gar keinen Fall sollte man die Studienergebnisse als Empfehlung auffassen, mit dem Rauchen zu beginnen, um sich vor Corona zu schützen. "Die Frage, ob man quasi zum Raucher werden sollte, um sich vor einer Covid-Infektion zu schützen, kann man als Mediziner nur nachdrücklich mit NEIN beantworten," so Lampl. 

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