Bäume sind eine der effektivsten Maßnahmen gegen Hitze in Städten. Doch sind in Europa genügend Bäume vorhanden, um die Gebäude ausreichend zu kühlen? Der australische Stadtplanungsforscher Thami Croeser hat 25 europäische Städte untersucht.
Laut seiner Analyse muss in einem Umkreis von 60 Metern um ein Gebäude mindestens 30 Prozent der Fläche von Baumkronen bedeckt sein, damit ein wirksamer Kühleffekt entsteht.
Wie es bei utopia.de heißt, führen drei Städte das Ranking mit über 40 Prozent geschützter Gebäude an. Danach sinken die Werte rapide ab.
Auf Platz eins landet Köln: Von den mehr als 322.000 Gebäuden sind 45,7 Prozent ausreichend durch Baumkronen geschützt. Hamburg folgt mit 44,4 Prozent auf Platz zwei. Dritter wird die französische Küstenstadt Nizza mit 40,8 Prozent.
Am unteren Ende des Rankings finden sich überraschenderweise zwei europäische Hauptstädte. Paris kommt nur auf 4,4 Prozent, Athen sogar nur auf 2,5 Prozent geschützte Gebäude. Schlusslicht ist Sevilla in Spanien mit lediglich 1,8 Prozent. Wien wurde nicht untersucht.
Insgesamt zeigt die Untersuchung ein ernüchterndes Bild: 84 Prozent aller Wohn- und Arbeitsgebäude in den überprüften Städten sind nicht ausreichend durch Baumkronen geschützt und gekühlt.
Der Forscher weist auch auf soziale Ungleichheiten hin: In Frankreich gibt es einen Zusammenhang zwischen Baumdichte und Armut, in Berlin korreliert ein hoher Migrationsanteil mit geringerer Baumdichte.
Stadtteile mit ausreichend Baumschatten sind laut der Studie etwa vier bis zehn Grad Celsius kühler als die Hitze-Hotspots der Städte. Doch auch andere Maßnahmen können helfen: Brunnen und Nebelsprühanlagen kühlen durch Verdunstung, helle Dächer und Fassaden reflektieren Sonnenlicht und erhitzen sich weniger.