Diese Länder haben bisher keine Impfdosis erhalten

Rund ein Dutzend Staaten haben bisher keine einzige Impfdosis bekommen.
Rund ein Dutzend Staaten haben bisher keine einzige Impfdosis bekommen.Getty Images/iStockphoto
Während in Österreich die AstraZeneca-Vakzine eingelagert werden, würde man sie andernorts mit Handkuss entgegennehmen.

Fast 2.700.000 Österreicherinnen und Österreicher haben mit Stand 11. Mai 2021 ihre erste Impfdosis im Kampf gegen das Coronavirus erhalten. In Niederösterreich wurde mittlerweile sogar für die "letzte" Gruppe die Anmeldung geöffnet. Ein gutes Zeichen. Zumal immer mehr Österreicher eine Impfung mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca ablehnen - und das Arzneimittel eingelagert wird.

Eine Wahl, die man anderorts nicht hat. Ganz im Gegenteil! Es gibt Länder, die bisher noch keine einzige Impfdosis erhalten haben.

"Den ersten Impfstoff, der daherkommt, werde ich nehmen."

"Ich finde das unfair und ungerecht, und es macht mich traurig", zitiert die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) Oumaima Djarma, Ärztin für Infektionskrankheiten in N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad. Sie habe nicht einmal die Wahl, welches Vakzin sie auswähle. "Den ersten Impfstoff, der daherkommt und der eine Zulassung hat, werde ich nehmen."

Keine einzige Impfdosis

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben etwa ein Dutzend Staaten bisher überhaupt keinen Corona-Impfstoff bekommen. Darunter Haiti und die afrikanischen Länder Tschad, Burkina Faso, Burundi, Eritrea und Tansania. Ganz Afrika verfügt demnach nur über ein Prozent der weltweit disponiblen Impfstoffe.

"Jeder stirbt an dieser Krankheit, ob reich oder arm", erklärt Djarma. "Jeder muss die Möglichkeit, die Chance haben, geimpft zu werden, besonders diejenigen, die am meisten gefährdet sind." Bisher sei kein einziger Mitarbeiter aus ihrem Krankenhaus geimpft worden, und man habe sie auch nicht darüber informiert, wann das möglich sein werde.

Neue Virus-Varianten drohen

Der Grund, warum Afrika weiter hinter den Rest der Welt zurückfiel, seien laut WHO die Verzögerungen und Engpässe bei der Impfstoffversorgung. Ein schwerwiegendes Problem, denn an Orten, an denen es keine Impfstoffe gebe, bestehe auch die Möglichkeit, dass neue und besorgniserregende Varianten auftauchen könnten.

WHO-Chef Tedros warnt die reichen Industrieländer immer wieder, die ungerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen auf der Welt sei "nicht nur ein moralischer Skandal, sondern auch wirtschaftlich und epidemiologisch selbstzerstörerisch".

"Wir sollten alle besorgt sein über jeden Mangel an Abdeckung irgendwo in der Welt", sagte auch der Unicef-Koordinator des weltweiten Impfprogramms Covax, Gian Gandhi. Er appelliert an reichere Länder, Impfdosen weiterzugeben. Zwar gebe es nach offiziellen Zahlen relativ wenige Coronainfektionen in Afrika. So wurden im Tschad bisher rund 4.800 Corona-Infektionen und 170 Todesfälle durch Covid-19 gemeldet. Gandhi geht aber davon aus, dass viele Fälle gar nicht erfasst werden. Die Länder in Afrika, die noch auf Impfstoffe warteten, gehörten zu den Ländern, die aufgrund ihrer schwachen Gesundheitssysteme am wenigsten in der Lage seien, Infektionen zu verfolgen, erklärte er.

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