Österreich

Diese Rehe sind vom Hochwasser gefangen!

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:04

Tier-Drama im Hochwasser: Bei Tulln konnten sich am Mittwoch Rehe auf eine kleine Insel retten. Sie können nicht weg, ehe das Wasser zurückgeht. Eine Rettung ist schwierig, denn die scheuen Tiere würden ins Wasser springen.

Freitagvormittag waren die Tiere immer noch gefangen. "Das Gebiet ist immer noch überschwemmt", sagte Richard Feischl vom Feuerwehrkommando NÖ im Gespräch mit Heute.at. "Die Pegel sind aber rückläufig, wodurch die Rehe zumindest mehr Platz haben", so Feischl.

Solche Rettungsinseln wurden als Ausweichmöglichkeiten bei Hochwasser innerhalb der Auen aufgeschüttet. Allerdings gebe es "nicht genügend" davon, sagte der Biologe Klaus Hackländer vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Boku. Denn wenn auenbewohnende Tiere keine Ausweichmöglichkeiten haben, gibt es einen großen Verlust, wenn das Hochwasser kommt.

Keine Schätzungen über tierische Hochwasseropfer

Eine Schätzung, wie viele Tiere in den Fluten umgekommen sind, sei nicht möglich, allerdings gebe es definitiv "einen Rückgang der Population". Probleme sind aber auch auf den Rettungsinseln möglich: "Es erklärt sich von selbst, was passiert, wenn Fuchs und Hase auf dem selben Hügel landen", sagte Hackländer. Dazu komme auch "Sozialstress": "Insbesondere Rehe sind es nicht gewohnt, mit anderen Artgenossen auf einer kleinen Fläche zu sein", erklärte der Biologe.

"Neben 1.600 Menschen haben wir auch Hunderte arme Tiere in Niederösterreich aus dem Hochwasser gerettet", berichtet NÖ-Feuerwehrsprecher Franz Resperger, wie auf dem Foto (s. rechts) in Kritzendorf. Hier rettet ein junger Feuerwehrmann ein Reh aus dem Hochwasser.

Vor allem Jungtiere gefährdet

"Vor allem Jungtiere, die nicht so mobil sind, wie beispielsweise auch Rehkitze, sind besonders gefährdet", erklärte Hackländer. Dazu kommen auch kleinere Nagetiere oder bodenbrütende Vögel. Arten wie beispielsweise der Biber würden gut mit dem Hochwasser zurechtkommen, "nicht allerdings die Jungtiere in den Bauten, werden die geflutet, ertrinken sie".

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