Ein Sommernachmittag im Garten, der Kuchen steht auf dem Tisch – und schon sind die Wespen da. Viele Menschen reagieren panisch, schlagen wild um sich oder pusten die Tiere weg. Doch genau das ist falsch.
Die Wespenexpertin und Biologin Dr. Melanie von Orlow erklärt, welche der unzähligen Hausmittel wirklich helfen – und welche reine Geldverschwendung sind.
Im Interview mit 24garten.de räumt die Expertin mit beliebten Mythen auf: "Behauptungen, man könne Wespen mit Lavendelduft, Nelken, ätherischen Ölen, gespickten Orangen oder Kupfermünzen fernhalten, sind Quatsch." Evolutionsbiologisch gebe es keinen Grund, warum Wespen diese Düfte meiden sollten.
Was viele nicht wissen: Wespen anzupusten ist ein absolutes No-Go. "Beim Pusten bläst man der Wespe feuchte, warme und kohlendioxidhaltige Atemluft entgegen. Das wirkt wie ein Alarmpheromon", erklärt von Orlow. Das CO2 signalisiert den Tieren akute Gefahr und macht sie erst recht aggressiv.
Stattdessen rät die Biologin zu einem entspannten Umgang: Am besten ignoriert man eine einzelne Wespe. Wenn sie nervt, darf man sie ruhig mit einer Speisekarte oder Zeitung wegschlagen. "Wespen halten enorm viel aus", so die Expertin. "Wenn sie merkt, dass es schwierig und riskant ist, gibt sie auf."
Das Verbrennen von Kaffeepulver funktioniert laut von Orlow tatsächlich – allerdings vertreibt es auch die Menschen. Wespenfallen und Ablenkungsfütterungen sind hingegen kontraproduktiv: Sie locken noch mehr Tiere an und erhöhen das Stichrisiko.
Am effektivsten ist es, Speisen und Getränke konsequent abzudecken und Reste schnell wegzuräumen. Denn Wespen werden vor allem von süßen und proteinhaltigen Gerüchen angezogen – ob Kuchen oder Steak, für sie ist beides attraktiv.
Auch die im Handel erhältlichen Wespennest-Attrappen aus Papier sind laut der Biologin "reine Geldschneiderei". Wespen hätten kein Problem mit der Nähe anderer Nester und könnten echte Waben sofort von Imitaten unterscheiden.