Diese Wut-Wirte sperren heute ihre Lokale auf

Die Gastronomie ist seit Anfang November geschlossen.
Die Gastronomie ist seit Anfang November geschlossen.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Auch im Februar darf die Gastronomie keine Gäste bewirten. Mehr als 160 Wirte sperren am Montag aus Protest auf.

Die Gastronomie ist seit Anfang November geschlossen. Klar, Wirte dürfen Lieferdienste anbieten, aber Gäste im eigenen Haus zu bewirten, ist aufgrund der Lockdown-Verlängerung noch bis mindestens März verboten. Es ist "5 vor 12", sagen nun zahlreiche Gastronomen aus Wien und dem Rest des Landes. Sie werden am Montag um 11 Uhr öffnen, aber keine Gäste bewirten. Mitgründerin der Initiative ist Alexandra Psichos, Fachgruppenleiter-Stellvertreterin der Fachgruppe Kaffeehäuser bei der Wirtschaftskammer Wien.

"Wir müssen Geld verdienen!"

"Ich bin keine Corona-Leugnerin. Im Gegenteil, weil wir alle Maßnahmen, die man ergreifen kann, auch schon vorher in unserem Lokal ergriffen haben. Wir haben Türklinken gewischt und desinfiziert hunderte Mal am Tag...", so Psichos im Gespräch mit dem Stadtsender W24. "Wir haben wirklich alles gemacht. Wir haben alles in Kauf genommen. Nur, wir müssen unser Geld verdienen!"

Auch Psichos’ Mit-Initiator Norbert Zauner ist bei der Wirtschaftskammer in der Gastronomie-Fachgruppe. Seitens der WKO gibt es aber keine Unterstützung der Aktion, wie die Wirtin gegenüber der "Presse" sagt: ."Wir hatten gehofft, dass die WKO diese friedliche und unpolitische Aktion unterstützt, aber da traut sich niemand, etwas zu sagen. Die haben einen Maulkorb verpasst bekommen."

In Wien sind etwa das Stuwer, Cafe Hummel, Cafe Dresdnerhof, Cafe Eiles, Cafe Haller und die Centimeter-Lokale dabei. Auch in anderen Städten wird am Montag protestiert. Der Grazer Gastronom Nino Berger spricht in der "Kleinen Zeitung" von einer zunehmenden Existenzbedrohung und warnt: "Es könnte sein, dass viele Leute ihre Lieblingslokale auch nach dem Lockdown nicht mehr besuchen können, weil es sie nicht mehr geben wird."

Die Protestaktion soll übrigens in völlig legalem Rahmen ablaufen, beruhigen die Veranstalter auf Facebook: "Es gibt keine Strafen. Wir machen nichts Ungesetzliches. Es gibt kein Betretungsverbot in der Gastronomie. Es darf nur im Lokal und 50 Meter im Umkreis nichts konsumiert werden."

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