Wirtschaft

Diesel-Gipfel: Ökoprämie jetzt auch in Österreich

Heute Redaktion
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Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ): "Haben mehr erreicht als beim deutschen Diesel-Gipfel".
Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ): "Haben mehr erreicht als beim deutschen Diesel-Gipfel".
Bild: Sabine Hertel

Am "Diesel-Gipfel" einigten sich Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) und die Auto-Importeure auf Prämien beim Umstieg auf saubere Autos.

"Wir haben für die österreichischen Autofahrer mehr erreicht, als am deutschen Diesel-Gipfel beschlossen wurden", freute sich Minister Leichtfried. Er hatte sich am Dienstag mit Vertretern der Automobilimporteure sich auf Sofortmaßnahmen für österreichische Dieselfahrer geeinigt.

Die Autohersteller bezahlen künftig nicht nur eine Ökoprämie, sondern liefern künftig auch Software-Updates für 600.000 Pkw und zusätzliche Anreize für wechselwillige Autofahrer. Fast alle großen Autokonzerne beteiligen sich an der Aktion.

Höhe der Prämie noch offen

Die Höhe der Prämie ist noch offen und werde vom jeweiligen Hersteller in den nächsten Tagen bekannt gegeben. "Im besten Fall wird die Gesamtprämie über 10.000 Euro liegen", versprach Leichtfried. Die Umstiegsprämie soll unabhängig von geschäftsüblichen Rabatten ausbezahlt werden.

Diese Prämie wird sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammensetzen. Zur Basis-Ökoprämie von maximal 4.000 Euro, die schon jetzt beantragt werden kann, kommt eine Umstiegsprämie, die von den Autoherstellern bezahlt wird, und deren Höhe noch offen ist. Einen besonderen Bonus soll es dann noch zusätzlich für den Umstieg auf ein E-Auto geben. Das System soll ab Mittwoch gelten, so Leichtfried.

Die Basis-Ökoprämie wird aus dem 70-Millionen-Förderungspaket des Bundes bezahlt, das über mehrere Jahre läuft und zu emissionsarmen Verkehr führen soll.

"Kein Interesse der VP-Ministerien"

Leichtfried klagte, dass bei ÖVP-geführten Ministerien "kein Interesse" an einer befriedigenden Lösung für Österreichs Autofahrer gegeben habe.

Der Diesel-Gipfel soll der Startschuss für Leichtfrieds "Abgasstrategie 2030" sein. Ab dann sollen in Österreich nur mehr schadstofffreie Fahrzeuge unterwegs sein, verkündete der Minister. Leichtfreid betonte, dass er dieses Ziel "ohne Verbote" erreichen wolle.





Kritik von Umweltschützern


Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zeigt sich schon im Vorfeld schwer enttäuscht über die "mageren" Ergebnisse des Dieselgipfels: "Statt die Autohersteller in die Pflicht zu nehmen, lässt man sie billig davonkommen. Die österreichische Bevölkerung wird das mit hoher Gesundheitsbelastung teuer bezahlen. Wirksame technische Nachrüstungen fehlen völlig, stattdessen kommt im Wesentlichen das Versprechen auf fragwürdige Software-Updates. So lässt sich das massive Problem um Luftschadstoffe nicht mal ansatzweise lösen. Wir brauchen jetzt eine neue Mobilitätspolitik für Österreich, die auf nachhaltige Mobilitätsformen setzt und den Sprung weg von der veralteten Verbrennungstechnologie schafft", kritisiert Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

(GP)