Welt

Dieser Bär hat den italienischen Jogger getötet

Heute gab die Staatsanwaltschaft Trient den "Täter" bekannt, der den jungen Italiener getötet hat. Es war Bärin JJ4, auch "Gaia" genannt.

Carolin Rothmüller
Bärin "Gaia" wurde bereits 2020 eingefangen, mit einem Peilsender versehen und dann wieder freigelassen.
Bärin "Gaia" wurde bereits 2020 eingefangen, mit einem Peilsender versehen und dann wieder freigelassen.
Privat

Am vergangenen Mittwoch kam es im norditalienischen Val di Sole zu einer Tragödie: Der 26-jährige Andrea P. war zum Joggen unterwegs – und sollte davon nicht zurückkehren. Seine Leiche wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag von der italienischen Polizei mit Hundestaffel gefunden.

Schnell war klar, dass der junge Italiener von einem Bären getötet worden war – beziehungsweise einer Bärin. Das hat die Auswertung der DNA-Spuren an seinem Leichnam ergeben. Bei der "Täterin" handelt es sich um die Bärin JJ4, auch "Gaia" genannt, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Sie ist die 17-jährige Schwester von Bär "Bruno", der bereits 2006 in Bayern abgeschossen wurde.

Zum Abschuss freigegeben

Nun steht fest: Gaia hat nicht mehr lange zu leben. Nach der Auswertung der DNA-Spuren wurde die Bärin von der italienischen Regierung zum Abschuss freigegeben. Bereits vor drei Jahren wurde Gaia "auffällig": Im Juni 2020 griff sie Jäger Christian Misseroni (61) und seinen Sohn an, weil sie ihre Jungen verteidigen wollte. Die beiden Männer entkamen schwer verletzt. Eigentlich trägt Gaia seitdem ein Funkhalsband, das aber seit einem Jahr keine Signale mehr sendet. Zuvor konnte man die Position des Bären im Internet tracken, um ihm möglichst aus dem Weg zu gehen.

Bären-Schutzprojekt

Da der Braunbär zum Ende des 20. Jahrhunderts als fast komplett ausgerottet galt, initiierte Mitte der 1990er-Jahre der italienische Naturpark "Adamello-Brenta" das EU-Life Projekt Life Ursus. In diesem Zusammenhang wurden zehn Bären aus Slowenien im trentinischen Naturpark freigelassen, unter anderem die Eltern von Bruno und Gaia, Joze und Jurka. Seit der Freilassung vermehrt sich die Population rege, allerdings kommt es immer wieder zu Zwischenfällen.

Manche Bären zeigen keine Menschenscheu und greifen an, wenn sie sich oder ihre Jungen bedroht sehen. Außerdem reißen Bären auf Nahrungssuche auch immer wieder Nutztiere wie Schafe oder Hühner. Ein mehrstufiger "Management-Plan" soll das verhindern – beispielsweise durch Elektrozäune oder Verscheuchen der Tiere durch Gummigeschosse. Der Abschuss ist die ultima ratio und wird erst genehmigt, wenn Bären Menschen angreifen. Andrea P. war bisher die einzige Person, die seit Projektstart von einem Bären tödlich verletzt wurde.

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