Dieser Christbaum wird heuer am Rathausplatz stehen

Bei dichtem Schneetreiben wurde im Salzburger Pinzgau der Christbaum für den berühmten Adventmarkt am Wiener Rathausplatz gefällt.

Wenn Bäume reden könnten, diese mächtige Fichte hätte so einiges zu erzählen. Mit ihren 130 Jahren hat sie noch die Regentschaft von Kaiser Franz Joseph I. und beide Weltkriege er- und überlebt. Jetzt tritt sie ihre letzte Reise an – mit Endstation in Wien.

Die 32 Meter hohe Fichte wird heuer den berühmten Adventmarkt vor dem Rathaus schmücken. Am heutigen Mittwoch wurde der künftige Christbaum während dichtem Schneetreiben im Maria-Elend-Wald im Lender Ortsteil Embach geschlägert.

Fast fünf Minuten dauerte es, bis sich die Motorsäge durch den 85 Zentimeter dicken Stamm gearbeitet hatte. Trotz des Einsatzes des Fichtenmopeds blieb die Arbeit "doch auch körperlich anstrengend", sagt Schlägerungsunternehmer Christian Röck schweißgebadet. Mit der Hand hätten zwei kräftige Männer rund eine halbe Stunde Schwerstarbeit verrichten müssen.

Christbaum darf nie umfallen

Während der ganzen Prozedur wurde der Baum von zwei Schwerlastkränen fixiert und in der Luft gehalten. "Es ist wie beim Krankentransport, da darf der Patient ja auch nie umfallen", beschreibt Hubert Schilcher von der Landschaftlichen Forstverwaltung Pinzgau den Vorgang.

Noch vor dem Verladen wird Astreihe für Astreihe behutsam festgeschnallt, denn das Geschenk an Wien darf später eine Höhe von vier Metern nicht überschreiten – und das nur wegen der Oberleitungen in der Bundeshauptstadt. Am Sonntag wird der Baum in Lend von Landesrat Josef Schwaiger verabschiedet und auf die Reise geschickt.

So wird der Look aufpoliert

Damit die Fichte ab 16. November am Rathausplatz in ihrer ganzen Pracht erstrahlt und nicht "gerupft" aussieht – 2018 erntete der vermeintlich "magerere" Baum aus Kärnten Kritik – wird die Agrargemeinschaft noch rund 150 Äste als Ersatz mitliefern. Diese werden später eingebohrt, um etwaige Lücken zu kaschieren.

Zusätzlich zur Widmungstafel des Landes Salzburg, wird neben dem Christbaum auch noch eine Stammscheibe ausgestellt. Dieses Stück Holz ist eine zehn Zentimeter dicke Scheibe, geschnitten aus der 130 Jahre alten Fichte. Darauf werden von der Embacher Wald- und Weidegemeinschaft kleine Holzplättchen genagelt, die die markanten Jahre und Ereignisse im Leben des Pinzgauer Zeitzeugen veranschaulichen sollen.

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