Code schützt Frauen vor sexuellen Attacken in Bars

Was tun, wenn Frau in einer Bar sexuell belästigt wird? Die Stadt Innsbruck hat einen Code für Damen eingeführt, um im Nachtleben sicher zu sein.

Drei Viertel der Frauen (74,2 Prozent) wurden laut "gewaltinfo.at" im Erwachsenenalter schon einmal sexuell belästigt. Über der Hälfte der Frauen (55,7 Prozent) sei dabei jemand "zu nahe" gekommen, sexuell belästigend angesprochen wurden vier von zehn Frauen (44,7 Prozent). Rund ein Drittel (34,8 Prozent) wurde, ohne es zu wollen, berührt oder geküsst. Über die Hälfte der Fälle ereignete sich dabei in den vergangenen drei Jahren an öffentlichen Orten (51,3 Prozent).

Im Innsbrucker Nachtleben soll man sich nun besser gegen sexuelle Belästigung wehren können. Das in vorerst 15 Lokalen eingeführte Projekt wurde aus Deutschland übernommen, wo es bereits seit dem Vorjahr im Einsatz ist. Wer als Lokalgast sexuell belästigt wird, kann nun ein Codewort nutzen, um auf die Belästigung aufmerksam zu machen.

Vor Eskalation schützen

Wendet sich ein Gast mit der Frage "Ist Luisa hier?" an das Lokal-Personal, dann weiß es: Die Fragende wird gerade Opfer einer sexuellen Belästigung. Die Frage soll dabei das Opfer vor einer Eskalation der Situation schützen und ihm gleichzeitig schnell und diskret Hilfe vom Lokal-Personal verschaffen. Gleichzeitig werden Mitarbeiter der Lokale kostenlos geschult, wie sie mit einer solchen Situation umgehen sollen.

Erster Schritt sei es, der hilfesuchenden Frau einen Ort als Rückzugsmöglichkeit anzubieten, etwa einen Personalraum. Dann solle das Personal in der Nähe der Frau bleiben, bis sie entweder von einem Kontakt abgeholt werden kann, sie sicher in ein Taxi gebracht wurde oder die Polizei eintrifft. Gleichzeitig soll auch dokumentiert werden, was genau passiert ist. Innsbruck ist die erste österreichische Stadt, die das Projekt einführt, weitere sollen folgen. (rfi)

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