Zwei Monate im Koma! Ärztin teilt Covid-19-Geschichte

Anushua Gupta hat ihre persönlichen Erfahrungen jetzt in einem Bericht veröffentlicht.
Anushua Gupta hat ihre persönlichen Erfahrungen jetzt in einem Bericht veröffentlicht.
Twitter/Anushua Gupta
Die britische Ärztin Anushua Gupta erkrankte schwer an Corona, lag zwei Monate im Koma, musste das Sprechen neu erlernen. Jetzt will sie aufklären.

Anushua Gupta ist Ärztin, Ehefrau und Mutter aus Cheadle Hulme in Großbritannien. Und eine Corona-Überlebende. Ihre Erkrankung nahm einen denkbar schlimmen Verlauf. Dass sie heute noch lebt, beschreibt sie selbst als "ein Wunder".

Die Angst zu sterben

Auf den Social Media-Plattformen Twitterund Facebook teilt sie nun ihre Geschichte, die auch in einem Fachjournalerschienen ist. Ihre Geschichte beginnt mit der Einlieferung ins Krankenhaus am 1. April 2020, nachdem sie eine Woche anhaltender Husten, Fieber und zunehmende Atemnot geplagt hatten. Nachdem sich ihr Zustand ab dem 4. April zusehends verschlechterte und sie aufgrund des Sauerstoffmangels visuelle Halluzinationen hatte, wurde die 42-Jährige auf die Intensivstation verlegt. Man würde sie ins medizinisch induzierte Koma legen und es bestünde die Möglichkeit, dass sie nicht überleben würde, teilten ihr die Ärzte mit.

"Meine schlimmsten Befürchtungen wurden wahr. Ich rief meinen Mann an und bat darum, unsere Tochter per Videoanruf zu sehen, da ich dachte, dass ich sie nie wieder sehen würde. Ich befürchtete, dass sich der Traum, den mein Mann und ich hatten, nämlich gemeinsam alt zu werden, nie erfüllen könnte. Ich musste jedoch meinem Mann zuliebe gelassen bleiben, der ebenfalls für unsere Tochter stark sein musste".

34 Tage an der Herz-Lungen-Maschine

In der Nacht des 13. April 2020 war es soweit, sie wurde ins künstliche Koma versetzt und an die ECMO angeschlossen. ECMO steht für "Extra Corporeal Membrane Oxygenation" - eine Maschine, die die Arbeit der Lunge übernimmt, während diese sich ausruht und selbst repariert. "Sie war einer der wichtigsten Schlüssel zu meinem Überleben", schreibt Gupta in ihrem Bericht.

Konnte nicht mehr sprechen

34 Tage war Gupta auf die ECMO angewiesen, hat daran aufgrund des Komas aber keinerlei Erinnerung. Während der Genesung und Rehabilitation musste Gupta zahlreiche körperliche und geistige Herausforderungen bewältigen. "Als ich von den Beruhigungsmitteln entwöhnt wurde, stellte ich erschrocken fest, dass ich keine Stimme hatte. Es war so beunruhigend, dass ich nicht kommunizieren konnte. Meine Kehlkopfmuskeln waren aufgrund der langen Intubation zugeschwollen." Gupta kommunizierte mittels Plakate mit dem Personal, aber das erwies sich als schwierig, da ihre Hände so schwach waren, dass sie nicht auf das richtige Feld zeigen konnte.

Anfangs wurde die Patientin über eine Sonde durch die Nase ernährt, später begann die orale Nahrungsaufnahme. Anushua Gupta berichtet von veränderten Geschmacks- und Geruchsempfindungen und eine Überempfindlichkeit im Rachen. Inzwischen kann sie auch wieder sprechen: "Anfänglich war meine Stimmqualität sehr schlecht. Sie war nur ein Flüstern und klang allmählich heiser. Ich erinnere mich, dass sich mein Hals nach einem langen Tag oft sehr wund anfühlte. Ich war sehr besorgt, dass sich meine Stimme nicht normalisieren könnte, vor allem, weil ich Allgemeinmedizinerin bin und mein Job sich ums Sprechen dreht, und auch, dass ich nicht in der Lage sein würde, mit meinem Kleinkind Reime zu singen! Ich würde sagen, dass meine Stimme noch nicht ganz wieder normal ist. Sie klingt immer noch etwas heiser, aber sie hat sich durch die Stimmtherapie enorm verbessert".

Über vier Monate im Spital

Insgesamt 150 Tage lag Gupta im Krankenhaus. Sieben Monate nach ihrer Entlassung aus dem Spital möchte sie mit ihrem Erfahrungsbericht Betroffenen Hoffnung geben. Ihre Genesungs- und Rehabilitationsphase wird, obwohl sie bereits an ihren Arbeitsplatz als Allgemeinmedizinerin zurückgekehrt ist, noch andauern.

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