Dieser Hund darf über die GroKo abstimmen

Echt wau: Hundedame Lima darf als SPD-Mitglied über die GroKo abstimmen.
Echt wau: Hundedame Lima darf als SPD-Mitglied über die GroKo abstimmen.Bild: Bild/Peter Müller
Fast 500.000 SPD-Mitglieder dürfen ab heute über die GroKo abstimmen – darunter auch SPD-Mitglied Lima. Nur: Lima ist ein Hund. Die skurrile Story.
Bis zum 2. März entscheiden 463.723 Mitglieder der SPD über die Zukunft Deutschlands – sie stimmen über die große Koalition ab – unter den Stimmberechtigten: ein Hund.

Die deutsche "Bild"-Zeitung testete, ob bei der Mitgliederabstimmung der SPD Manipulation möglich ist – und registrierte eine Vierbeiner. Am 6. Februar, zwei Stunden und 13 Minuten vor Ablauf der Frist, meldete die Bild-Redaktion Hund Lima (3) online über die E-Mail-Adresse von Limas Frauchen als SPD-Mitglied mit folgenden Daten an:

Name: Lima B.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Geschlecht: weiblich.

Alter: 21 (gerechnet in Hundejahren).

Adresse: wie Frauchen.

Beruf: erwerbslos

Nur zwei Stunden später kam per Mail die Antwort der SPD: „Liebe Lima, ich freue mich sehr über Deinen Eintritt in die SPD. (...) Dein Eintritt wurde in die Mitgliederdatenbank erfasst, das bedeutet: Du kannst am Mitgliedervotum über einen möglichen Koalitionsvertrag teilnehmen!" Freude am jungen Mitglied (Lima ist ja erst 21 Hundejahre alt) hatte auch Spandaus Juso-Vorsitzender Roman, er schickte eine gesonderte Mail: „Liebe Lima, herzlich willkommen in der SPD!"

Lima erhält Einladung zur Diskussion

Nur drei Tage später erhält Lima erneut Post: Die Jusos laden den Hund zu einer Diskussion ins Berliner Kurt-Schumacher-Haus. Thema: „Turbo Training #noGroKo".

Doch damit nicht genug: Lima wird am 14. Februar von Andrea Nahles und Olaf Scholz, ebenfalls per Mail, zur Regionalkonferenz nach Potsdam eingeladen. Per Mail schreiben sie Lima, die eigentlich aus Spanien kommt: „Ob die SPD in eine Regierung mit CDU und CSU eintritt, entscheidest am Ende Du."

Am 16. Februar wird die Hundedame dann auch noch vom Bundesvorstand der SPD über die Abstimmung informiert: „Liebe Lima, wir entscheiden gemeinsam über den Koalitionsvertrag. In den nächsten Tagen werden die Unterlagen für das Mitgliedervotum bei Dir per Post eintreffen. Bis zum 2. März muss deine Stimme in unserem Postfach eingegangen sein."

Mittlerweile auch Katze SPD-Mitglied

Nur einen Tag später erhält Lima per Postsendung die SPD-Zeitung "Vorwärts" – mit einer wichtigen Info: „Abstimmende, die des Lesens unkundig oder wegen einer körperlichen Beeinträchtigung gehindert sind, den Stimmzettel zu kennzeichnen, können sich der Hilfe einer anderen Person bedienen." Gut für Lima: Denn in Ihrem Fall kann ja jetzt Frauchen ein Kreuzerl machen.

Übrigens: Mittlerweile erklärte sich auch Lima Mitbewohnerin solidarisch. Kotka Kowalska, eine KATZE aus Polen, ist mittlerweile ebenfalls der SPD beigetreten.

"Bild" fragte bei der SPD nach, wie die Partei Identitäten von Personen, die Mitglieder werden wollen, überprüft. Die Antwort: "Auf Melderegister oder dergleichen haben Parteien in Deutschland keinen Zugriff. Grundsätzlich heißen wir neue Mitglieder willkommen und gehen von der Richtigkeit der Angaben zur Identität aus", so ein SPD-Sprecher.

Und: „Vorsätzlich falsche Angaben zur Identität sind eine Täuschung, die auch strafrechtlich relevant sein kann." Die Prüfung der Anträge erfolge weiters durch die Vorstände der jeweiligen Ortsvereine. „Wie die Ortsvereine das prüfen, entscheiden diese selbst."

(isa)

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