Wirtschaft

Dieser Mann gab alles auf, jetzt ist er Millionär

Der Salzburger Getränke-Erfinder Martin Murray riskierte alles und erlangte so mit seiner Firma Waterdrop internationalen Erfolg.
Sandra Kartik
31.03.2022, 16:30

Vor fünf Jahren versüßte Martin Murray den Österreichern erstmals ihr Wasser. Der Gründer von Waterdrop erfand eine Brausetablette, die dem neutralen Getränk Geschmack und Aroma ohne Kalorien verleiht. Mit dem Drink sagte der Salzburger auch Plastikflaschen den Kampf an. Ein Auftritt bei der Deutschen TV-Show "Die Höhle der Löwen" machte den Austro-Schotten, seinen Bruder Henry Murray und Freund Christoph Hermann über Nacht in Deutschland bekannt. "Die Aufmerksamkeit war enorm. Wir hatten vier Millionen Zuseher und bis zu 200.000 Leute zeitgleich auf unserer Seite. Alleine in den ersten 24 Stunden nach Ausstrahlung hatten wir 30.000 neue Kunden", erzählt der Unternehmer im "Heute"-Gespräch.

Heute ist das heimische Unternehmen in 13 Ländern weltweit vertreten und hat über 500.000 Online-Kunden. Im Vorjahr erwirtschaftete Waterdrop einen Rekord-Umsatz von 80 Millionen Dollar. "Wir besetzen eben ein Riesen-Thema und machen das mit sehr viel Herzblut, das merken unsere Kunden. Ausreichend Wasser zu trinken ist für jeden von uns enorm wichtig, um fit zu bleiben, außerdem löst es eine Vielzahl an Lifestyle- und Gesundheitsproblemen", erklärt Murray das Erfolgskonzept.

Job und Erspartes waren weg – dann kam der Erfolg

Doch der enorme Erfolg wurde dem Firmenchef nicht in die Wiege gelegt. Der 37-Jährige musste sich erst von seinem alten Leben verabschieden, um seinen Traum zu leben. "Ich habe einen sicheren Job und meine Ersparnisse aufgegeben", blickt er zurück, "und die Sorge, was andere über mich denken." Murray stemmte sich gegen Kritiker: "Ich habe mir Jahre lang angehört, 'das wird nicht funktionieren'. Eine Firma zu gründen, ist nicht einfach und erfordert viel Mut, viel Arbeit und vor allem das richtige Team", beschreibt er seinen Weg zum Millionär.

Der 37-Jährige ist nicht der erste Getränke-Gigant aus Salzburg, der das Trinkverhalten der Welt verändert. Will er der neue Didi Mateschitz werden? "Der Vergleich ist noch vermessen, da die unternehmerische Dimension eine völlig andere ist", entgegnet er bescheiden. "Tatsächlich wurden wir aber in den USA schon öfter gefragt: Was habt Ihr Österreicher nur mit dem Erfinden neuer Getränke-Kategorien? Vor 30 Jahren wusste auch noch niemand, was ein Energy Drink ist, und Red Bull musste über Jahre hinweg viel Aufklärungsarbeit leisten. Ich kann also auf jeden Fall sagen, dass wir noch einiges vor haben."

Umweltschutz ist für Murray von Anfang an mehr als ein Trend oder Schlagwort. Seine Firma lebt das Konzept auf mehreren Ebenen: "Mit Produkten wie Microdrinks, nachhaltigen Wasserflaschen, einer Hydration App sowie der smart Cap LUCY, die mithilfe eines integrierten Sensors an das regelmäßige Trinken erinnert und auf Knopfdruck innerhalb von Sekunden Trinkwasser desinfiziert, wollen wir ein Ökosystem rund um das Wassertrinken bauen."

So wirst Du mit Deinem Start-Up erfolgreich

Murray ermutigt junge Unternehmer, die selbst ein Start-Up gründen wollen: "Es hängt immer von der Idee, dem Timing und der Ambition ab. Wenn man diese drei Bereiche mit Ja beantworten kann, würde ich sagen: Einfach machen." Das sind seine Pro-Tipps:

➤ Man braucht eine echte Unterscheidung von allen anderen Produkten am Markt. Nur eine leicht bessere Version eines bereits existierenden Produkts zu sein, reicht langfristig einfach nicht.

➤ Man benötigt einen riesigen Markt als Potential. Vor allem Europäer denken hier oft zu klein und kreieren Produkte für Nischen, die langfristig oft nicht überlebensfähig sind oder viel zu kleines Wachstumspotenzial haben.

➤ Und man braucht einen unglaublichen Willen. Wenn man selbst nicht zu 100 Prozent von sich selbst und seiner Idee überzeugt ist, klappt es nicht. Man trifft zu viele Kritiker, Neider und Wettbewerber und die Chancen hinzuschmeißen sind viel zu hoch wenn man nicht gewillt ist, wirklich vollkommen “all-in” zu gehen.

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