Wintersport

Diktator-Vorwurf von Norwegen-Elch an den Rennleiter

Unmittelbar vor der Herren-Abfahrt bei den Olympischen Spielen in Peking gehen die Wogen hoch. Der Grund dafür ist das letzte Abfahrtstraining. 
Heute Redaktion
05.02.2022, 12:20

Denn auf der Piste in Yanqing konnten nur drei Läufer trainieren: Matthias Mayer, Aleksander Aamodt Kilde und Christof Innerhofer. Danach wurde aufgrund des böigen Windes abgebrochen. Sehr zum Ärger der am Start wartenden Läufer, die nur noch die Strecke hinunterrutschen durften. 

Die meisten Fahrer sahen nicht ein, warum das Training nicht verschoben, sondern gleich abgebrochen wurde. Viele sahen den Wind nicht stärker als beim zweiten Trainingslauf am Freitag, der noch durchgepeitscht wurde. 

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"Unfair, lächerlich"

So polterte etwa der Schweizer Ski-Star Marco Odermatt, einer der Favoriten auf der technisch anspruchsvollen Abfahrtstrecke: "Seit Tagen erzählt man uns, dass der Wind um 12 Uhr nachlässt. Und dann bricht man um 11.15 Uhr, nachdem zwei Topfavoriten fahren durften, das Training ab. Das ist einfach unfair", schäumte der Schweizer. "Wenn solche Entscheidungen über den wichtigsten Wettkampf der letzten vier Jahre getroffen werden, ist es einfach lächerlich", ergänzte der überlegene Gesamtweltcup-Führende. 

Athleten-Sprecher Johan Clarey setzte sich derweil in einem wilden Funkverkehr mit der Jury dafür ein, dass alle Athleten einen Lauf mit Trainingsjacke und Hose absolvieren dürfen, um das Tempo zu drosseln. "Doch nach zwei, drei Sätzen ist von der Jury keine Antwort mehr gekommen. Es ist schon bedenklich, wie man hier mit uns Athleten umgeht", meinte Odermatt im "Blick". 

Diktator-Vorwürfe von Jansrud

Nach dem Trainings-Streit meldete sich auch der sonst so besonnene Routinier Kjetil Jansrud zu Wort. Und fand deutliche Worte in Richtung Rennleiter Markus Waldner. "Hier herrscht komplettes Chaos, was die Informationen angeht. Man hat den Eindruck, dass Markus eine kleine Diktator-Linie ohne Informationen fährt", so der Norweger. 

"Man merkt einen großen Unterschied zwischen denen, die eine dritte Fahrt hatten, und denen, die keine dritte Fahrt hatten", ergänzte Jansrud weiter. 

Die Organisatoren hoffen derweil, dass die Abfahrt am Sonntag stattfinden kann, auch wenn eine Verschiebung von ein, zwei Stunden diskutiert wird.