Niederösterreich

Direktor aus NÖ soll Kinder "Schlampen" rufen

Ein Direktor aus NÖ soll sich wiederholt übel danebenbenommen haben: 23 Betroffene werfen ihm Beschimpfungen, Drohungen und sexuelle Belästigung vor.

Ein unglaublicher Umgangston soll in einer Musikschule in NÖ herrschen.
Ein unglaublicher Umgangston soll in einer Musikschule in NÖ herrschen.
Getty Images/iStockphoto (Symbolbild)

Nur selten soll ein Musikschuldirektor aus Niederösterreich den richtigen Ton treffen: 23 Betroffene werfen dem Direktor einer Musikschule in Niederösterreich schwere Vergehen vor (es gilt die Unschuldsvermutung): Darunter wären laut "Falter" sexuelle Übergriffe, rassistische Beschimpfungen und Beleidigungen sowie Drohungen. Nur politische Verbindungen zur ÖVP sollen den Schulleiter schützen.

Neunjährige rassistisch beschimpft

Eine Neunjährige mit afrikanischen Wurzeln wollte sich etwa in einem Mehrzweckraum für ein Konzert umziehen, zwei Burschen (13) spielten Tischfußball und wollten das Zimmer verlassen. Der Direktor soll lapidar gesagt haben: "Na, bleibt`s ruhig drinnen. Dann sehts ihr endlich mal echte N****t*tten." Eine unbegreifliche rassistische Entgleisung.

Eine russischstämmige Lehrerin, soll er abschätzig nur "Russenf**" genannt haben, wenn die Frau abwesend war. Oder: "Spielts ned so schwanzlos", soll er zu musizierenden Buben gesagt haben. Die zu unterrichtenden Buben soll er oft mit "Beidln" und die Mädchen mit "Schlampn" titulieren - mit einer täglichen, lockeren Selbstverständlichkeit, als Standardvokabular sozusagen.

"Vorwürfe frei erfunden"

Der seit über 20 Jahren tätige Direktor soll Frauen auch bedrängt, gegen ihren Willen geküsst haben. Im kleinen Ort und im Umfeld der Musikschule sind die Vorwürfe seit Jahren bekannt.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka
Bild: picturedesk.com

Sobotka-Freund

Der Direktor bezeichnete gegenüber dem "Falter" die Vorwürfe als "frei erfunden" oder sogar "dubios". Denn: So ein Vokabular kenne er nicht. Bisherige Beschwerden seien immer abgeprallt, denn der Direktor prahle damit, mit Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (Anm.: war einst selbst Musiklehrer) befreundet zu sein, heißt es aber im Bericht.

Andere Opfer bezeichnen die Einschüchterungen und Drohungen als eine Art Erziehungsmethode. "Ich wurde gewarnt, als ich in diese Musikschule kam. Der besagte Schulleiter sei ein Psychopath", berichtet eine ehemalige Lehrerin. Eine andere Frau: "Er hat diesen Jagdinstinkt. Man hat das Gefühl, er sondert seine Opfer von der Gruppe ab."

"Ich wurde gewarnt vor ihm. Er soll ein Psychopath sein", so eine ehemalige Lehrerin.

Ein langjähriges Vorstandsmitglied des Musikschulbeirates meint: "Was sich in dieser Musikschule abspielt, gleicht einer Diktatur. Ist jemand anderer Meinung als der Direktor wird er sofort mundtot gemacht."

Der Direktor hat bis jetzt nur zwei arbeitsrechtliche Prozesse hinter sich. Sollten die Betroffenen sich jedoch dazu entschließen, Strafanzeige zu erstatten, könnte der Fall auch strafrechtlich ins Rollen geraten.

Denn: Oft sei der Direktor schon auf sein Fehlverhalten hingewiesen worden. "Scheißts Euch ned an", soll seine Reaktion gewesen sein.