Österreich

Direktor half Schüler bei Matura: Keine Strafe

Ein Direktor eines Wiener Privatgymnasiums ebnete einem Schüler den Weg zur Matura und landete deshalb vor Gericht.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:27

Manche Schulen sind Schlangengruben – und damit Gift für

einen warmherzigen Pädagogen. Mag. Walter H. (60) hat's als Direktor eines Wiener Privatgymnasiums erlebt.

Sein Verhängnis: Von zwei Lehrerinnen erfuhr der Direktor, ein Schüler würde gern in Informatik maturieren, habe aber das

Wahlpflichtfach erst ab der 7. Klasse besucht. Voraussetzung

für die Reifeprüfung jedoch ist: Unterricht ab der 6. Klasse.

Der Direktor fand folgende Lösung: Per Weisung ermöglichte er

dem Schüler eine "Nachtragsprüfung" über den

Stoff der 6. Klasse. Der Bursche bestand mit "Sehr gut" – und bekam ein neues Zeugnis.

Dafür war der Schul-Chef kurz darauf seinen Job los. Denn eine Kollegin hatte ihn beim Stadtschulrat vernadert. Jetzt ist sie Direktorin – und Walter H. landete am Mittwoch wegen "Amtsmissbrauchs" vor Gericht.

Beim Prozess zeigte sich: Der Schüler durfte auch nach Auffliegen

der Affäre in Informatik maturieren. Und Richter Christian

Böhm fällte einen herzerwärmenden Freispruch: "Nicht alles, was

nicht korrekt ist, ist strafbar." Walter H. unterrichtet jetzt an einer

anderen Schule. (hoe)

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