Die Absagen für den putinfreundlichen Maestro Valery Gergiev häufen sich auch hierzulande: So wird der Dirigent beim diesjährigen Grafenegg-Festival nicht am Pult stehen. Das haben die Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft und ihr künstlerischer Leiter Rudolf Buchbinder am Dienstag bekannt gegeben. Zuvor hatten die Wiener Philharmoniker bei ihren Konzerten in New York auf ihn verzichtet, heute wurde er als Chef der Münchner Philharmoniker entlassen.
"Mit großem Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass Valery Gergiev, ein langjähriger und künstlerisch hochgeschätzter Partner des Grafenegg-Festivals, derzeit nicht bereit ist, sich vom Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine zu distanzieren", schreiben Buchbinder und Grafenegg-Geschäftsführer Philipp Stein in einem gemeinsamen Statement. "Deshalb können wir an den geplanten Auftritten mit Valery Gergiev nicht festhalten."
Man hoffe aber, dass sich die beiden für heuer angekündigten Orchester-Gastspiele aus Russland trotz der schwierigen Rahmenbedingungen dennoch umsetzen lassen. Schließlich sei man der Überzeugung, "dass der kulturelle Austausch nicht Opfer des Krieges werden darf". Russische Kunst und Kultur seien seit jeher ein wichtiger Bestandteil der europäischen Identität. "Wir werden die Lage laufend neu bewerten und unsere Kundinnen und Kunden rechtzeitig über Veränderungen im Programm informieren." Das Festival findet heuer von 13. August bis 4. September statt. Den Auftakt bildet zuvor die Sommernachtsgala am 23. und 24. Juni, von 2. Juli bis 6. August sind die Sommerkonzerte angesetzt.