Disco-König Cursach muss Mallorca verlassen

Polizisten begleiten Tolo Cursach ins Gerichtsgebäude
Polizisten begleiten Tolo Cursach ins GerichtsgebäudeBild: imago
Der als "Disco-König" bekannte und wegen schwerer Vorwürfe in U-Haft sitzende Megapark-Besitzer Bartolomé Cursach wurde am Montag nach Valencia verlegt.
Die Strafvollzugsbehörde überführt den Megapark-Besitzer Bartolomé Cursach in ein Gefängnis in Valencia, um weiteres Einschüchtern von Zeugen in dem Korruptionsprozess zu verhindern.

Bartolomé Cursach - bekannt als Magnat des Nachtlebens rund um die Bucht von Palma - wurde zusammen mit dem Geschäftsführer der Gruppe - Bartolomé Sbert - am 28. Februar 2017 bei einer Razzia im Megapark und anderen Diskotheken des Konzerns festgenommen. Wenige Tage später wurde er wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft eingewiesen.

Gegen Cursach wird unter anderem wegen Drogenhandels, Mord, Kindesmissbrauch, Bandenkriminalität, Bestechung, Erpressung, Bedrohung, Nötigung, Steuerhinterziehung und Betrug ermittelt. Der Fall steht in engem Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um die Ortspolizei in Palma.

Es geht um Bestechung von Politikern, Polizisten und Behördenmitarbeitern, die mit Geld, Geschenken und Sexpartys entlohnt worden sein sollen. Und es geht um die Vorherrschaft auf der Vergnügungsmeile an der berühmten Playa de Palma, wichtigste Hochburg des Massentourismus einige Kilometer östlich der Inselhauptstadt Palma. An dieser Ballermann-Meile, an der sich viele Partylokale befinden, wird offenbar mit Mafia-Methoden um die Macht und um das Millionengeschäft mit den Touristen gekämpft.

Nach jahrelangen Ermittlungen wurde im März der wohl schillerndste Unternehmer der Partyszene festgenommen: Bartolomé Tolo Cursach, der über ein Imperium aus Biergärten, Diskotheken, Restaurants, Fitnesscentern und Hotels regiert, steht unter Verdacht, einer der Strippenzieher dieses Korruptionsnetzes gewesen zu sein. Sein Einfluss war nach Einschätzung der Ermittler so groß, dass Kommunalpolitiker, Lokalpolizisten und die für Lizenzen zuständigen Verwaltungsbeamten nach seiner Pfeife tanzten. In der Szene hat Cursach, der mit seinem Partyimperium Millionen scheffelte, den Ruf, in Anlehnung an die Mafia eine Art Pate des mallorquinischen Nachtlebens zu sein.
Dem Unternehmer drohen 80 Jahre Haft bei einer Verurteilung. Infolge der Untersuchungen wurden auch die Cursach-Diskotheken BCM und Tito's überprüft und wegen Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen zeitweise geschlossen.

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(red)

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