Distance Learning – Minister gibt neue Schul-Regel vor

Bildungsminister Heinz Faßmann will auch im Lockdown die Schulen offenhalten.
Bildungsminister Heinz Faßmann will auch im Lockdown die Schulen offenhalten.Martin Juen/SEPA.Media; Daniel Scharinger/picturedesk.com – "Heute"-Montage
Hohe Corona-Inzidenzen unter Schülern machen nun eine Distance Learning-Regelung notwendig. Ab dem zweiten Infektionsfall bleiben die Kinder daheim.

In ganz Österreich sollen Klassen künftig ab dem zweiten Corona-Infektionsfall für mindestens fünf Tage ins Distance Learning geschickt werden. Darauf haben sich laut APA das Bildungsministerium von Heinz Faßmann (ÖVP) und das Gesundheitsministerium von Wolfgang Mückstein (Grüne) geeinigt. Allerdings müsse dies noch mit den Bundesländern abgesprochen werden – das soll noch im Verlauf des heutigen Tages geschehen.

Damit würde de facto die Entscheidung über Präsenzunterricht von den Gesundheitsbehörden hin zu den Schulen und Bildungsdirektionen wandern.

Hintergrund ist die wiederholte Klage von Lehrervertretern und Direktoren in den letzten Wochen, dass besonders in den Hotspot-Regionen Oberösterreich und Salzburg Schüler trotz intensiven Kontakts mit infizierten Klassenkameraden erst spät oder gar überhaupt nicht abgesondert wurden und weiter am Unterricht teilnahmen. Schuld daran ist unter anderem der Zusammenbruch des Contact-Tracing in mehreren Ländern.

Die neue Regel im Detail

Künftig soll die Regel laut APA-Bericht wie folgt lauten: Kommt es zu einem Infektionsfall in einer Klasse, muss vorerst nur das positiv getestete Kind zuhause bleiben. Für alle anderen Klassenkameraden läuft der Unterricht normal weiter, allerdings müssen sie für die nächsten fünf Tage täglich testen.

Sollte es dann einen zweiten Corona-Fall in der Klasse geben, wechseln alle Kinder nach Rücksprache mit der Bildungsdirektion für fünf Tage ins Distance Learning. Erst danach können die Kids nach einem negativen – wenn möglich PCR- – Test ins Klassenzimmer zurückkehren.

"Das ist eine vorsichtige Maßnahme, die der aktuellen Infektionslage angepasst ist, um weitere Ausbreitungen in der Klasse zu verhindern", begründet Bildungsminister Faßmann diesen Schritt in einer Stellungnahme. "Die Schule übernimmt hier einmal mehr die Aufgabe der Gesundheitsbehörden, die diese derzeit nicht wahrnehmen."

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