DJ im Spital, Parksheriffs decken ihn mit Strafen ein

Statt mit Platten wurden dem bekannten Szene-DJ in der Josefstadt Strafzettel aufgelegt. Der Wiener lag wochenlang im Spital, das Parkpickerl lief ab.

In der Club-Szene ist Manfred alias DJ Elk seit Jahrzehnten ein Fixpunkt. Ob Chelsea, Flex oder Fledermaus: Der Musikproduzent ist eine Party-Legende an den Plattentellern. Doch in der Pandemie hatte der Wiener (55) kein Glück. Die Clubs sperrten zu, alle Events wurden abgesagt. Manfred lebt seit 2020 von der Notstandshilfe. 

Dazu kamen gesundheitliche Probleme. "Ende Juli musste ich wegen einer Hauterkrankung ins Spital, ich wurde wegen Rotlaufs operiert, war drei Wochen, bis Ende August, im Krankenhaus", erzählt er. Weil Gesundheit vor geht, vergaß Manfred darauf, das Parkpickerl für sein Auto zu verlängern. Der rote Renault schmorte in der Sonne vor dem Wohnhaus in der Laudongasse (Wien-Josefstadt), geriet natürlich sofort in das Visier der Parksheriffs. 

Parkpickerl lief ab

"Während ich im Spital war, ist das Parkpickerl abgelaufen. Ich bekam fünf Strafzetteln zu je 48 Euro, in Summe sollte ich 240 Euro zahlen", berichtet der Wiener. "Ich konnte nichts dafür!" Nach der Entlassung aus dem Spital reagierte der DJ sofort. Er klaubte die Strafzettel vom Auto und schickte einen Freund auf das zuständige Bezirksamt. "Er hat es für mich mit einer Vollmacht verlängert. Es gilt rückwirkend ab 1. August. Ich habe den Schaden somit wieder gut gemacht." 

Der DJ beschwerte sich bei der zuständigen MA67, ein Schreiben ging an die Volksanwaltschaft. "Heute" fragte bei der Stadt Wien nach – mit Erfolg, die Strafe wird reduziert. Manfred muss nicht 240 Euro Strafe zahlen. Die Mitarbeiter der MA67 zeigten Herz und ließen Milde walten. 

Behörde zeigt Herz

"Da es der Behörde jedoch nicht möglich ist, den Betrag der Anonymverfügung aufgrund der gesetzlichen Vorschriften herabzusetzen und die Beanstandungen zurecht erfolgten, werden die Strafen im Zuge von Verwaltungsstrafverfahren neu bemessen", schreibt ein Mitarbeiter der MA67 an den DJ. "Im Zuge dieser Vorgehensweise wird sich der Gesamtforderungsbetrag erheblich reduzieren." "Man darf gespannt sein, wieviel das dann ausmacht", wartet DJ Elk gespannt auf die Nachricht der Behörde. 

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