Seit 2017 ist Novak Djokovic in Wimbledon ungeschlagen. Vor fünf Jahren hatte der Serbe gegen den Tschechen Tomas Berdych im Viertelfinal verletzt aufgeben müssen, seither hat er dreimal den Titel geholt – 2020 wurde das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres wegen Corona abgesagt. 2019 hatte er Roger Federer nach zwei abgewehrten Matchbällen noch bezwungen. Auch 2022 gehört der 35-Jährige zu den großen Favoriten auf den Titel.
Seine erste Partie gewann der Serbe schon einmal. Gegen den Südkoreaner Soon-woo Kwon (ATP 81) siegte er mit Müh und Not in vier Sätzen mit 6:3, 3:6, 6:3, 6:4. Kwon war ein mühsamer Gegner, der dem Serben viel abverlangte. Der erste Schritt zum Triumph in London? Gut möglich. Schließlich fehlen auch die Weltnummern eins, Daniil Medwedew, und zwei, Alexander Zverev, in London.
Der Deutsche Zverev fehlt verletzt, er hatte sich am French Open gegen Rafael Nadal alle drei seitlichen Bänder im rechten Sprunggelenk gerissen und wurde bereits operiert. Der Russe Medwedew fehlt wie alle seine Landsfrauen und -männer. Der Grund: Wimbledon hat alle russischen und belarussischen Spielerinnen und Spieler wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine ausgeladen.
Djokovic versteht die Frustration
Diesen Schritt betitelte Djokovic vor dem Turnierstart als falsch und sagte: "Als Kind des Krieges verstehe ich die Frustration der Ukrainer und weßs, wie sich das anfühlt. Dennoch bin ich nicht dafür, Athleten auszuschließen. Die Russen unterstützen den Krieg nicht. Ich sehe nicht, wie sie dazu beigetragen haben. Sie sind professionelle Athleten und verdienen es, an Wettkämpfen teilnehmen zu können."
Gut möglich, dass hinter dieser Aussage auch ein wenig Eigeninteresse steckt. Denn Wimbledon hat nicht nur diese Ausschlüsse beschlossen, sondern auch, dass keine Weltranglistenpunkte verteilt werden. Das kommt Djokovic alles andere als zugute. Er verliert 2000 Punkte vom Sieg des Vorjahres und fällt nach dem Turnier von Position drei auf die sieben zurück.
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