Die Adria-Tour von Novak Djokovic wurde zum Skandal-Event. Was ein Tennis-Fest hätte werden sollen, entpuppte sich als Corona-Cluster. In der serbischen Hauptstadt Belgrad wurde kein Wert auf Anti-Corona-Maßnahmen gelegt. Djokovic und mehrere andere Turnier-Teilnehmer und Betreuer gaben positive Covid-19-Tests ab.
Djokovic entschuldigte sich nach harter Kritik von Tennis-Kollegen, Fans und Medien. Österreichs Star-Spieler Dominic Thiem gab nach der Teilnahme mehrere negative Tests ab, entschuldigte sich ebenfalls für den Leichtsinn der Spieler.
Jetzt sorgt die Nummer 1 der Welt erneut für Gesprächsstoff. Djokovic besuchte mit einem sogenannten Guru die "Wunder-Pyramiden" im bosnischen Visoko. Semir Osmanagic ist äußerst umstritten, gilt als Pseudowissenschafter. Er sieht sich selbst als Entdecker der Pyramiden, sagt, sie hätten eine heilsame Wirkung auf Menschen. In einem TV-Interview erklärte er, wegen der hohen Konzentration an Ionen könne sogar das Coronavirus bekämpft werden. Wissenschaftlich erwiesen ist das nicht.
Djokovic besuchte den Ort gemeinsam mit Osmanagic und seinen Eltern, auch, um an den historischen Stätten zu meditieren. Papa Djokovic hatte ja selbst in den vergangenen Monaten mehrmals mit umstrittenen Äußerungen international für Aufregung gesorgt.
Wegen der potenziell gefährlichen, symbolischen Wirkung seiner Reise wird hitzig über den Pyramiden-Besuch diskutiert. Der Vorwurf seiner Kritiker: Menschen könnten sich auf die nicht belegbare Wirkung der Pyramiden verlassen, das Virus auf die leichte Schulter nehmen.