Djokovic stinksauer, teilt jetzt wegen Vorwürfen aus

Novak Djokovic 
Novak Djokovic Imago Images
Novak Djokovic geht in die Offensive. In seiner Heimat beklagt er seine Behandlung in den Medien, nachdem ihm vorgeworfen wurde, wehleidig zu sein.

Novak Djokovic hat nach seinem Viertelfinaleinzug bei den Australian Open Spekulationen über einen möglichen Bluff mit seiner Oberschenkelverletzung klar zurückgewiesen. "Ich überlasse das Zweifeln diesen Leuten - sollen sie doch zweifeln", sagte der Titelfavorit in Melbourne gegenüber serbischen Medien.

"Nur meine Verletzungen werden in Frage gestellt. Wenn andere Spieler verletzt sind, dann sind sie die Opfer. Aber wenn ich es bin, täusche ich es vor", fügte Djokovic an. Nachdem er den Australier Alex de Minaur im Achtelfinale glatt in drei Sätzen und ohne seine vorher vieldiskutierten körperlichen Probleme besiegt hatte, betonte er, er müsse nichts beweisen. Ihm lägen aber medizinische Dokumente vor.

"Ich habe das MRT, den Ultraschall und viel mehr - sowohl von vor zwei Jahren als auch jetzt. Ob ich das in meinem Dokumentarfilm oder in den sozialen Medien veröffentlichen werde, hängt davon ab, ob mir danach ist", sagte Djokovic. Schon bei seinem Triumph 2021 hatten ihn hartnäckige Bauchmuskelprobleme begleitet.

Ihm würden all die Diskussionen um seine Verletzungen "zusätzliche Kraft und Motivation" schenken, sagte Djokovic, der am Mittwoch gegen den Russen Andrej Rublew (9:30 Uhr/Eurosport) um den Halbfinaleinzug spielt: "Also danke ich ihnen dafür."

Eurosport-Experten genervt

Der Serbe hatte in den ersten Runden einige Behandlungspausen eingefordert und sich immer wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Oberschenkel gefasst und war nach Ballwechseln auch gehumpelt. Im Spiel selbst war ihm die Verletzung aber kaum anzumerken gewesen. "Was mich immer so ein bisschen stört: Der läuft voll zum Ball und danach kommt das Humpeln – als wenn er demonstrieren will: Ey Leute, ich hab‘ da was. Das nervt mich ein bisschen", hatte Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport kritisiert.

Sein Ex-Trainer Boris Becker erklärte, dass Djokovics Verhalten für die Gegner "schwierig" sei. "Manchmal hat man den Eindruck, dass er blufft. Manchmal hat man den Eindruck, er kann das Match nicht beenden", sagte der Eurosport-Experte: "Es ist irgendwie zwischen Himmel und Hölle."

Apropos Eurosport. Seinen Unmut über den Sender hat Djokovic im Laufe des Turniers bereits deutlich zum Ausdruck gebracht, beschwerte sich öffentlich über die vermeintlich negative Berichterstattung über seine Person.

Reaktion von Fritz im Netz

Djokovics deklassierter Gegner de Minaur wurde in der Pressekonferenz nach seiner Achtelfinalniederlage ebenfalls zu den Spekulationen um den Fitnesszustand des Serben befragt. "Ich denke, er hat sich heute ziemlich gut bewegt", erklärte der Australier bloß, ohne die Angelegenheit weiter kommentieren zu wollen.

Zu Wort meldete sich dafür Taylor Fritz auf Social Media. Via Twitter ließ die Weltnummer 9 verkünden, dass "80 Prozent der Spieler" sich ständig mit irgendwelchen Verletzungsproblemen herumschlagen würden. "Die Medien konzentrieren sich aber nur auf die Top-Spieler. Deswegen kriegen deren Probleme mehr Beachtung", so der US-Amerikaner.

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