Döbling-Killer gesteht: "Habe 455 Menschen erschossen"

Der Kopfschuss-Mord in Döbling erschütterte im November Wien.
Der Kopfschuss-Mord in Döbling erschütterte im November Wien.
Sabine Hertel
Im Hof eines Wiener Gemeindebaus soll Alois H. seinem Nachbarn Andreas U. im November eine Kugel in den Kopf gejagt haben. Der 43-Jährige war auf der Stelle tot. Der Schütze sagt nun: "Ich habe alles richtig gemacht" – und muss nicht ins Gefängnis!

Nach dem Kopfschuss-Mord in einem Döblinger Gemeindebau ist fix: Der Verdächtige war nicht zurechnungsfähig. "Heute" liegt nun der zehnseitige Unterbringungsantrag der Staatsanwaltschaft Wien vor. Hier wird die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt. Heißt: Stimmen die Geschworenen zu, muss er nicht in Strafhaft.

Schuss aus heiterem Himmel

Wie berichtet, soll Alois H. am 9. November völlig ansatzlos seinem Nachbarn auf einem Bankerl eine Kugel aus seiner Glock 17 in den Schädel gefeuert haben. Dann holte er seelenruhig seine Frau – mit ihr ist er seit 21 Jahren verheiratet – aus der Wiener City ab und fuhr mit ihr Richtung Shopping City. Als sie zurück zum Tatort in der Hameaustraße kamen und überall Blaulicht zu sehen war, eröffnete Alois H. seiner Gattin: "Ich habe einen Mann erschossen, er war pädophil."

Flucht mit 30 Schuss Munition

Die Frau nahm die Aussage nicht ernst – also fuhren die beiden – Alois H. hatte 30 Schuss Munition dabei – weiter nach Klosterneuburg, Wien und Eisenstadt. "War dieser fremde Mensch es wert, dein und unser Leben zu zerstören?" Antwort: "Nein, das war es nicht." Als sie gegen 4 Uhr Früh schließlich zurück nach Hause kamen und die Türe ihrer Wohnung aufgebrochen und polizeilich versiegelt vorfanden, realisierte die Frau endgültig, dass ihr Mann die Tat begangen haben muss.

Alois H.: "Ich habe schon 455 Menschen erschossen. Aber immer nur die Schlechten – Mörder, Vergewaltiger, Baby-Fi****, Millionendiebe. Niemals die Guten."
Döbling-Mord: Verdächtiger Alois H.
Döbling-Mord: Verdächtiger Alois H.privat

Alois H. meinte lapidar: "Das war ja klar." Dann fuhr er zur Polizeiinspektion in der Krottenbachstraße und gab dort an: "Ich bin der H., der von der Hameaustraße. Ihr sucht mich. Hier bin ich. Keine Angst, ich erschieß schon keinen." In den Kripo-Einvernahmen machte er wirrste Angaben. Er sei Staatspolizist, habe mehrere Deckjobs, sein Opfer habe er nicht gekannt. Zudem sei er sehr reich – fremde Menschen hätten ihm 140 Millionen Euro verebt. Das Geld würde auf der Meinl-Bank liegen.

In seinem Nachtkästchen lagerte vor der Bluttat eine Pistole der Marke Mauser.
In seinem Nachtkästchen lagerte vor der Bluttat eine Pistole der Marke Mauser.zVg

"Grausiger Vergewaltiger"

Laut einer Augenzeugin habe Alois H. zu seinem Opfer Andreas U. "Halt still, es ist ja gleich vorbei" gesagt, bevor er abdrückte. Über die Bluttat sagt der 47-Jährige heute: "Ich habe alles richtig gemacht. Er ist ein grausiger Vergewaltiger gewesen. Ich habe schon über 455 Menschen umgebracht." Er als Staatspolizist dürfe das: "Ich habe keine Straftat begangen." Die Ermittlungen ergaben, dass Andreas U. in keinster Weise pädophil war. Der Verdächtige beharrt aber darauf, "immer nur die Schlechten" getötet zu haben – "Mörder, Vergewaltiger, Baby-Fi****, Millionendiebe. Niemals die Guten."

Anwältin Astrid Wagner: "Mein Klient ist seelisch sehr krank. Vor dem Hintergrund dieser Diagnose muss seine fürchterliche Tat beurteilt werden. Ich gehe davon aus, dass er in eine Anstalt eingewiesen wird."
Alois H. wird von Star-Anwältin Astrid Wagner verteidigt.
Alois H. wird von Star-Anwältin Astrid Wagner verteidigt.
privat

"Es gab nie Probleme"

Vor der Bluttat sei Russlands Präsident Wladimir Putin bei ihm in der Hameaustraße zu Besuch gewesen. "Er hat gesagt, ich soll schnell handeln." Gerichtsgutachterin Gabriele Wörgötter kam zu dem Schluss, dass Alois H. an einer schweren psychischen Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis mit wahnhafter Störung leide. Seine Ehefrau und alle Nachbarn beschrieben ihn bei der Polizei als höflichen, netten und ruhigen Menschen, mit dem es niemals Probleme gegeben habe. Am 1. Juli muss er sich in Wien einem Geschworenengericht stellen. Verteidigt wird er von Star-Anwältin Astrid Wagner. Für Alois H. gilt die Unschuldsvermutung.

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