Dolce & Gabbana möchten 4 Millionen für Instagram-Post

Domenico Dolce (rechts) und Stefano Gabbana hängt ihr Rassismus-Debakel noch nach. Vergessen machen wollen sie es anscheinend nicht.
Domenico Dolce (rechts) und Stefano Gabbana hängt ihr Rassismus-Debakel noch nach. Vergessen machen wollen sie es anscheinend nicht.imago
Tatort: Instagram. Der kritische Account "Diet Prada" kritisierte eine rassistische Kampagne, das Designer-Duo Dolce & Gabbana verklagt sie.

Es geht um Geld. Um sehr viel Geld. Der für seine kritischen Kommentare gegenüber der Modebranche bekannte Instagram-Account "Diet Prada" (2,5 Millionen Follower) ist die Zielscheibe des italienischen Modehauses Dolce & Gabbana. Laut "Diet Prada" werden wegen eines kritischen Postings 4 Millionen Euro Schadenersatz verlangt. 

Der Grund: Das Shanghai-Debakel

Es fing alles im Jahr 2018 an: Das Modehaus zeigte vor einer geplanten Fashion Show auf dem chinesischen Netzwerk "Weibo" eine Kampagne, die einen Sturm der Entrüstung auslöste. Ein chinesisches Model war darauf zu sehen, die Pizza und Spaghetti mit Essstäbchen versuchte zu essen. Der Eindruck, dass das Model zu unfähig und dumm wäre, zu essen und damit ein rassistisches Motiv gewählt wurde, stieß nicht nur chinesischen Internet-Usern auf. Dazu kam noch das sexistische Kommentar: "Ist die Nudel zu groß für dich?". Die Kampagne wurde wegen massiver Beschwerden gestoppt.

Chatverlauf goss Öl ins Feuer

Stefano Gabbana konnte der Ablehnung nicht viel abgewinnen. Es wäre ein Problem Chinas und nicht des Modehauses, wenn sich Menschen beleidigt fühlten, so Gabbana in einem Chatverlauf. In diesem äußerte er weitere Vorurteile gegenüber der chinesischen Bevölkerung. Screenshots des Verlaufs wurden an "Diet Prada" geschickt, die sie veröffentlichten. Der Shitstorm war perfekt. Die Wogen konnten nicht mehr geglättet werden und die bevorstehende Fashion-Show in Shanghai wurde "verschoben".  

4 Millionen Euro werden gefordert

"Diet Prada" soll jetzt anscheinend die Zeche dafür zahlen. 3 Millionen Euro für das Modehaus und 1 Million für den Designer Stefano Gabbana werden seit 2019 gefordert, wie jetzt bekannt wurde. Die beiden Instagram-Influencer, die den Account betreiben, haben sich Unterstützung in Form von ehrenamtlich tätigen Anwälten geholt, die auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit plädieren. 

"Diet Prada" war übrigens nicht die einzige Website, welche die Kampagne weiterhin online zeigte. Bis heute findet man zahlreiche Screenshots. 

Wann eine Entscheidung gefällt wird, ist noch offen. Ein italienisches Gericht soll darüber entscheiden. 

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