Scharfe Kritik

Jugendzentrum in NÖ muss nach 60 Jahren zusperren

Nach fast 60 Jahren schließt das Don-Bosco-Jugendzentrum in Amstetten wegen fehlender Finanzierung überraschend seine Türen.
Niederösterreich Heute
30.07.2026, 05:30
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

"Das Unfassbare ist traurige Realität geworden", heißt es in einer Aussendung der Grünen NÖ am Mittwoch. Das Don-Bosco-Jugendzentrum in Amstetten musste am Wochenende, viel früher als befürchtet, zusperren.

Nach fast 60 Jahren erfolgreicher Jugendarbeit standen die Jugendlichen plötzlich vor verschlossenen Türen. Für das dreiköpfige Betreuerteam rund um die leitende Betreuerin Eli Malicek bedeutete das Aus bei der Finanzierung auch die Kündigung. Nicht einmal das 60-jährige Jubiläum, das eigentlich am 12. September gefeiert werden hätte sollen, geht sich aus und fällt nun ins Wasser.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie es in einer Aussendung heißt, sieht der Amstettner Landtagsabgeordnete und Gemeinderat Dominic Hörlezeder (Grüne) in diesem Ende ein beispielloses politisches Versagen auf allen Ebenen.

"Es macht mich zutiefst betroffen und wütend. So weit hätte es niemals kommen dürfen. Wir stehen hier vor den Trümmern einer 60 Jahre alten Institution, die auf dem Altar von parteipolitischem Kalkül und politischer Willkür geopfert wurde. Dass die Jugendlichen in Amstetten nun ihren wichtigsten Treffpunkt verlieren und ein hochqualifiziertes Team gekündigt werden musste, ist ein Armutszeugnis für die verantwortlichen Politiker in Stadt und Land."

Für Hörlezeder ist klar, wo die Schuld liegt: "Der Ursprung dieses Desasters liegt in St. Pölten. Die schwarz-blaue Landesregierung und der freiheitliche Landesrat Antauer haben mit der Streichung der Förderung den Todesstoß gesetzt."

Dominic Hörlezeder von den Grünen NÖ
Die Grünen NÖ

Stadtpolitik laut Grünen mitschuldig

Aber auch die Amstettner Rathaus-Koalition aus ÖVP und SPÖ trägt laut Hörlezeder eine große Mitschuld: "Die Jubelmeldungen von Bürgermeister Haberhauer und Stadtrat Blutsch über eine angebliche 'Rettung ab 2027' wirken heute wie reiner Zynismus. Wir Grünen haben noch im Frühjahr im Gemeinderat einen fix fertigen Abänderungsantrag vorgelegt, um genau diese 50.000 Euro, die für den Weiterbetrieb im heurigen Jahr nötig gewesen wären, aus dem städtischen Politiker-Spesenbudget zu finanzieren. ÖVP und SPÖ haben diesen Antrag eiskalt abgelehnt – niemand wollte für das heurige Jahr beisteuern. Jetzt haben wir den Scherbenhaufen: Das Heim ist zu, das Personal ist gekündigt."

Hörlezeder warnt eindringlich davor, die Situation zu unterschätzen: "Man kann Jugendarbeit nicht einfach wie eine Maschine für ein halbes Jahr abdrehen und glauben, dass man sie 2027 per Knopfdruck wieder hochfährt. Vertrauen, das bei den Jugendlichen einmal gebrochen wurde, und eine soziale Struktur, die zerschlagen ist, lassen sich nicht über Nacht reparieren. Die Stadtregierung muss jetzt sofort erklären, wie sie die Jugendlichen in den kommenden Monaten konkret auffangen will. Sonntagsreden und vage Versprechungen für die Zukunft helfen heute niemandem, der vor einer verschlossenen Tür steht."

"Schützen Steuerzahler"

FP-Landesrat Martin Antauer hatte den Förder-Stopp mit scharfen Worten im April verteidigt: "Wir ziehen selbstverständlich Projekte vor, die der Integration dienen, wie etwa sinnvolle Sprachschulungen", sagte damals Antauer. Und weiter: "Wir schützen Steuerzahler vor links-wokem Wahnsinn." Konkret wies er dabei auf einen "LGBTIQ+"-Workshop und ein "Pride Flaggen Quiz" im Jugendzentrum hin.

{title && {title} } red, {title && {title} } 30.07.2026, 05:30