Grünes EU-Licht für den Handelspakt mit Großbritannien gab es am Mittwoch in Form der Unterschriften von Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel. Letztgenannter würdigte das Abkommen als "fair und ausgewogen". Es wahre die Interessen der Europäischen Union und schaffe Verlässlichkeit und Stabilität. Bei zentralen Themen, etwa dem Klimaschutz oder im Kampf gegen Pandemien stünden die EU und das Vereinigte Königreich auch künftig Seite an Seite.
Nach den Unterfertigungen in Brüssel wurde das Dokument von der britischen Luftwaffe nach London gebracht, wo es vom britischen Premierminister Boris Johnson unterzeichnet wird. Das britische Unterhaus hat am Nachmittag dem Brexit-Handelspakt mit der Europäischen Union zugestimmt. Die Abgeordneten der ersten Kammer votierten am Mittwoch in zweiter Lesung mit klarer Mehrheit für das von Premierminister Boris Johnson vorgelegte EU-Gesetz. Später soll noch das Oberhaus dem Vertrag seinen Segen geben.Endgültig in Kraft gesetzt wird das Dokument mit der Unterschrift von Elizabeth II.
Schon zuletzt machte sich Johnson für das Abkommen stark. Zentraler Zweck sei, "etwas zu erreichen, von dem das britische Volk in seinem Herzen immer wusste, dass es getan werden kann", soll der Regierungschef laut vorab veröffentlichten Auszügen seiner geplanten Rede sagen. Es gehe um freundschaftliche Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn bei gleichzeitiger souveräner Kontrolle über das "nationale Schicksal".
In einer Stellungnahme bedankte sich Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf Twitter bei EU-Chefverhandler Michel Barnier für dessen unermüdliche Arbeit.