Drama pur! Italien setzte sich am Dienstagabend gegen Spanien nach 120 packenden Minuten (1:1) und dem Elfmeterschießen (4:2) durch und sicherte sich das erste Finalticket der EURO. Die Squadra Azzurra siegte vor 60.000 Fans im Londoner Wembley Stadion. Am Sonntag kämpft sie an selber Stelle gegen England oder Dänemark um den Titel.
Italien dominierte die Gruppenphase, setzte sich im Achtelfinale knapp gegen Österreich durch (2:1 nach Verlängerung) und schlug Belgien im Viertelfinale mit 2:1. Im Elfer-Krimi gegen die Iberer wurde nun vor allem Gianluigi Donnarumma zum Helden. Der Keeper (wechselt von Inter zu PSG) hielt den letzten Elfmeter von Alvaro Morata und parierte sein Heimatland damit ins Endspiel.
Donnarumma sagte nach dem Spiel: "Ich war ruhig vor den Elfern, weil ich wusste, ich kann dem Team helfen. Ich will allen danken, weil wir jetzt nur mehr einen Schritt von unserem großen Traum entfernt sind. Spanien ist wirklich stark. Aber dieses Italien-Team hat viel Mut, wir geben nie auf. Spanien hat uns viele Probleme bereitet. Aber wir verdienen es, im Finale zu stehen. Über das Endspiel will ich jetzt nicht reden. Ich will nur den Moment genießen. Wir werden daran denken, sobald wir es müssen."
Teamchef Roberto Mancinischlug in dieselbe Kerbe: "Wir wollten ins Finale. Auch, wenn daran vor dem Turnier nicht viele Leute geglaubt haben. Ich gratuliere Spanien, sie sind ein großartiges Team. Elfmeterschießen ist eine Lotterie. Es gibt Spiele, in denen du leiden musst. Aber wir verdienen es, hier zu stehen. Wir wussten, es würde schwierig werden. Es war nicht leicht, Spanien überraschte uns, ohne Angreifer zu spielen. Diese Gruppe ist unglaublich. Jeder will gewinnen."
Spaniens Kapitän Sergio Busquets reagierte trotz der bitteren Niederlage mit Stolz: "Jeder hat Italien zum großen Favoriten erklärt. Aber wir haben gezeigt, dass wir besser waren als sie. Wir haben mit vielen jungen Fußballern gespielt und diese ganze Erfahrung hat dem Team viel Selbstvertrauen verschafft. Dieses Team wird zurückkehren. Wir haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: Den Ball haben, ihn so schnell wie möglich zurückzugewinnen, wenn wir ihn verlieren. In diesem Spiel waren wir, denke ich, dominant. Aber Fußball ist so, wir können Italien nur gratulieren."
Busquets weiter: "Bis zur nächsten WM sind es eineinhalb Jahre. Wir sind auf dem richtigen Weg. Das ist ein großartiges Nationalteam und die einzige Sache, die fehlte, war das Finale. Dort hätten wir hingehört."